Auratische Räume der Moderne

Berlin, St. Agnes, leergeräumter Kirchenraum (Bild: Pfarrei St. Bonifatius Berlin, CC BY 2.0)
Berlin, St. Agnes, leergeräumter Kirchenraum (Bild: Pfarrei St. Bonifatius Berlin, CC BY 2.0)

Können sich Räume auratisch aufladen? Dieser These zumindest folgt eine Tagung in Zürich. Nicht allein religiöse Räume, auch Kulturbauten, politische Architekturen und Versammlungsstätten wie Sportstadien der Moderne können demnach atmosphärisch aufgeladen sein können und darüber spezifische soziale Funktionen der Sinn- und Gemeinschaftsstiftung übernehmen. In Anlehnung an Walter Benjamin werden Unnahbarkeit, Authentizität und Einmaligkeit als konstitutiv für die Aura eines Bauwerks verstanden. Zugleich sollen jüngere Forschungen in diesem Themenfeld und die aktuellen Diskussionen um Transformationen des Sakralen überprüft werden.

Daran anschließend soll der Frage nachgegangen werden. Wodurch werden Räume aufgeladen: Materialoberflächen, Lichtstimmungen, Raumproportionen, Kontext eines Bauwerks? Nutzte die Architektur der (Nachkriegs-)Moderne besondere Mittel zur Auratisierung? Welche Vorstellungen von Raum – als realer Ort, Bildraum und Symbol – herrschten vor, auf welche Formen von Raum und ihre Traditionen wurde zurückgegriffen, um soziokulturelle Bedeutung zu erzeugen? Welche Rituale begleiten solche Prozesse der Auratisierung und Sakralisierung? Der Workshop „Auratische Räume der Moderne. Zum performativen Charakter von Versammlungsstätten“ findet in Zürich (ISEA, Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft, Zollikerstrasse 32 und Universität Zürich, Schönberggasse 11, Raum SOE E 8) vom 12. bis zum 13. November 2015 statt. Anmeldungen werden bis zum 6. November erbeten unter: andy_rueegger@hotmail.com und minta@khist.uzh.ch. (kb, 24.10.15)