Holzkirchen, St. Josef (Bild: Copyright Erzbischöfliches Ordinariat München/Achim Bunz)

Aus alt mach neu

Es werden wieder Kirchen gebaut, die zwar nicht in ihrer Zahl, aber in ihrer Form an das 20. Jahrhundert anknüpfen. In Holzkirchen bei München etwa wurde St. Josef (1962, Franz Ruf) 2014 wegen Einsturzgefahr niedergelegt. Dem alten Turm stellte der Münchner Architekt Eberhard Wimmer ein neues Schiff zur Seite: eine Verbindung zweier kegelförmiger Holzkonstruktionen, die im Frühjahr 2018 eingeweiht wurde. Ähnliches konnte man vor 50 Jahren z. B. in Fellbach bei Stuttgart (Maria Regina, 1967, Klaus Franz) bewundern.

Andernorts sind Neubauten ein Zeichen des Schrumpfens: Aus zwei oder drei alten wird ein neuer Stützpunkt. In Kleinmachnow bei Berlin wurde die Auferstehungskirche (1930/55) frisch entwidmet. Stattdessen verstärkt man den kirchlichen Standort in der Ortsmitte baulich. Die Auferstehungskirche soll künftig vom Heimatverein museal bespielt werden. Auf der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig wird der Vatikan erstmals zehn internationale Architekten versammeln, um eine schwedische Waldkapelle (1920, Gunnar Asplund) in zeitgenössischer Formensprache nachzuempfinden. Doch auch solch neue Neubauten sind nicht vor Abriss gefeit: St. Johannes Baptist in Leopoldshöhe, 2002 nach Entwürfen von Dieter Georg Baumewerd errichtet, wurde gerade abgerissen – wegen Bauschäden. (kb, 1.4.18)

Holzkirchen, St. Josef, 2018 (Bild: © Erzbischöfliches Ordinariat München/Achim Bunz)