Norden-Leybuchtpolder, Ev.-Ref. Kirche (Bild: Matthias Süßen, CC BY SA 4.0, 2021)

Aus Kirche wird Gemeinschaftshaus

In Leybuchtpolder, Teil der Stadt Norden, ist die Welt wieder in Ordnung, zumindest die kirchliche: Im August wird die ehemalige reformierte Kirche als Dorfgemeinschaftshaus „Lüttje Kark“ einer öffentlichen Nutzung übergeben. Nach außen zeigt sich der Bau bis heute fast unverändert. Das backsteinverkleidete Schiff wird von einem Satteldach überfangen und scheint mit Sprossenfenstern und Holztüren eher der traditionellen regionalen Formensprache verpflichtet. Der separat stehende Turm hingegen weist mit Betonbändern und einer spitz aufgesetzten Dachform stärker in die Moderne. Vor Ort hatte man bereits seit 1969 eine besondere Form der Ökumene gepflegt. Damals einigte man sich auf gemeinsame Gottesdienste und weitere Veranstaltungen zwischen der evangelisch-reformierten und der evangelisch-lutherischen Gemeinde, und das noch bevor diese Praxis 1973 mit der Leuenberger Konkordie zur offiziellen Möglichkeit wurde. Inzwischen wird nur noch die ebenfalls 1961 errichtete Martin-Luther-Kirche liturgisch bespielt.

2019 wurde die reformierte Kirche entwidmet, die Gläubigen können weiterhin die lutherische Kirche mit nutzen und erhielten zudem für ihre Glocke einen Platz in den dortigen Räumen. Schon seit Jahren hatte man über eine mögliche alternative Nutzung der reformierten Kirche diskutiert. Seit 2018 steht der Plan, hier ein Dorfgemeinschaftshaus einzurichten, um den Bau für die Öffentlichkeit zu erhalten. Für rund 450.000 Euro hat sich ein engagierter Kreis gefunden, der den historischen Bau – u. a. mit Mitteln der Dorferneuerung – für kommunale Zwecke hergerichtet hat. Dafür wurden u. a. der separat stehende Turm stabilisiert, der Eingangsbereich der Kirche neu gestaltet, eine Küche installiert und alles auf den neuesten Stand des Brandschutzes gebracht. Ab dem 24. August können sich hier Vereine und Bürger:innen für Veranstaltungen melden. (8.8.21)

Norden-Leybuchtpolder, Ev.-Ref. Kirche (Bild: Matthias Süßen, CC BY SA 4.0, 2021)