Chemnitz, Klapperbrunnen (Foto: Wolfgang Thieme, Bild: Bundesarchiv Bild 183-1984-0804-012, CC BY SA 3.0, 1984)

Ausgeklappert

Erst ließ der Wasserdruck nach, dann lief das Becken leer. Seit einigen Tagen ist der Klapperbrunnen am ehemaligen Chemnitzer Omnibusbahnhof vollständig stillgelegt. Zur Eröffnung galt dieser 1968 als „der modernste Omnibus-Bahnhof der DDR“. Für rund sieben Millionen Mark überspannte das Pylonen-Hängedach, ein Experimentalbau der Deutschen Bauakademie, ein ehrgeiziges Nutzungsprogramm: „zwölf Abfahrtsbahnsteige, einen sechzig Meter langen Ankunftsbahnsteig sowie eine freitragende Wartehalle, in der Kassenschalter, Telefonzellen, Gepäckautomaten und Verkaufsstände“ für täglich 30.000 Fahrgäste.

Zur anspruchsvollen ostmodernen Anlage gehörte von Anfang an der Klapperbrunnen. Die kinetische Installation wurde 1968 vom Bildhauer Johannes Belz (1925-76) gestaltet. Seinen Namen erhielt der Brunnen vom Geräusch der umklappenden Wasserschalen, die ihren Inhalt dann jeweils in die darunterliegende Schale entleerten. Doch nun scheinen die Stunden des angenehm abstrakt gehaltenen Kunstwerks gezählt. Wie das Sachsen-Fernsehen meldet, soll die Anlage im September diesen Jahres abgebaut und eingelagert werden. Aktuell stünden keine Gelder für eine Sanierung der schadhaften Rohre zur Verfügung. Mehrfach war bereits die Umgestaltung des denkmalgeschützten Areals am ehemaligen Omnibusbahnhof – aus Pylonen-Hängedach, Grünfläche und eben Klapperbrunnen – im Gespräch und zeitweise unter Abrissgefahr. Wie es in naher Zukunft mit dem Klapperbrunnen weitergehen wird, ist noch offen. (kb, 31.7.18)

Chemnitz, Klapperbrunnen (Foto: Wolfgang Thieme, Bild: Bundesarchiv Bild 183-1984-0804-012, CC BY SA 3.0, 1984)