Der Bildhauer Egmar Ponndorf ist tot

Der Bildhauer Egmar Ponndorf ist tot

Egmar Ponndorf, Bauarbeiter (Bild: Bybbisch94, CC0)
Egmar Ponndorf, Bauarbeiter (Bild: Bybbisch94, CC0)

Am Anfang seiner Laufbahn stand der Wiederaufbau des Dresdener Zwinger, am Ende die Sanierung des dortigen Residenzschlosses. In den dazwischenliegenden Jahren prägte der Bildhauer Egmar Ponndorf (* 1929) den öffentlichen Raum seiner Heimatstadt Dresden mit gegenständlichen Arbeiten: vom Sandsteinrelief „Altendresden 1700“ im Fußgängertunnel am Altstädter Markt (1977) bis zum Märchenbrunnen an der Gorbitzer Höhenpromenade (1987). Aber auch in Halle, Cottbus oder Radebeul hinterließ er seine künstlerischen Spuren.

Ponndorf schloss seine Ausbildung zum Steinbildhauer 1956 mit dem Meisterbrief ab. Nach 1960 schließlich war er als freier Bildhauer und Restaurator tätig, davon bis 2000 – mit Kollegen wie Karl-Heinz Adler, Dieter Graupner, Friedrich Kracht, Johannes Peschel, Siegfried Schade, Bärbel Schulz, Rudolf Sitte, Vinzenz Wanitschke und Wolff-U. Weder – in der „Produktionsgenossenschaft Kunst am Bau“. Ponndorf lehrte zudem einige Jahre an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, wurde 1973 mit dem Kunstpreis der Stadt Halle und 1974 mit dem Kunstpreis des FDGB ausgezeichnet. Den begeisterten Bergsteiger dürfte es besonders gefreut haben, dass 1974 sogar eine Kletterroute nach ihm benannt wurde. Am 1. Januar 2015 verstarb Ponndorf im Alter von 85 Jahren. (kb, 25.2.15)

Dessau: Sanierung der Y-Häuser

Dessau: Sanierung der Y-Häuser

Dessau, Ypsilon-Haus (Bild: frollein2007, CC BY-SA 2.0)
Markante Punkte der Friedrichstraße in Dessau: die drei Ypsilon-Häuser (Bild: frollein2007, CC BY-SA 2.0)

Keine Nachrichten sind gute Nachrichten, zumindest wenn es um Betonoberflächen geht. So auch bei der laufenden Sanierung der Dessauer Y-Häuser. Am Stadtpark gelegen, erhielten die drei – jeweils 41 Meter und 14 Geschosse hohen – Wohntürme ihren Namen von ihrem Y-förmigen Grundriss. Die markanten Bauwerke wurden zwischen 1969 und 1971 nach Plänen der VEB Hochbauprojektierung Halle, hier federführend der Architekt Wulf Brandstädter (* 1937), errichtet. Wie in Dessau fügte man die Y-Häuser auch in Halle/Saale aus Elementen der Typenserie P 2.

Als die Stadtwerke Dessau ankündigten, die Wohntürme zu verkaufen, regte sich sozialer Unmut. Schließlich einigte man sich mit dem neuen Eigentümer, einem ortsansässigen Investor, 2013 auf eine „Sozialcharta“ mit besonderen Zusicherungen für die Mieter. Das erste Haus nahm der Investor selbst in Angriff, die beiden übrigen gab er 2014 weiter an die Leipziger Firma Neutecta. Alle drei, inzwischen denkmalgeschützten Häuser, werden nun stufenweise – im „laufenden Betrieb“ – saniert: Die Waschbetonoberflächen werden gereinigt, die Dämmung nach innen aufgebracht, die Zuschnitte der Wohnungen angepasst und die Haustechnik modernisiert. Wir hoffen, erst wieder zur geglückten Fertigstellung von den Dessauer Y-Häusern zu hören. (kb, 22.2.15)

Pioniere des Brückenbaus

Pioniere des Brückenbaus

Pioniere des Brückenbaus (Bild: Park Books)
Die Brücken der Brüder Schmidt: funktional, technisch innovativ und nicht selten von großer Eleganz (Bild: Park Books)

Brücken sind äußerst nützlich (man kann mit ihnen die Seiten wechseln),  technisch anspruchsvoll (wie überspannt man eine möglichst große Strecke mit möglichst wenig Material) und im besten Fall auch schön (kann man nicht erklären, muss man sehen). Die beiden Ingenieure Ernst Schmidt (1914-90) und Albert Schmidt (1923-2007) sorgten für viele dieser guten Fälle: Ab 1948 verwirklichten sie herausragende Brücken wie die Johanniterbrücke in Basel, das Lopperviadukt in Stansstad, den Viaduc du lac de la Gruyère sowie andere Großprojekte in der Schweiz, in Deutschland, Brasilien und Süditalien.

Als eines der ersten Ingenieurteams wandte das Brüderpaar den Spannbeton und das sogenannte Freivorbauverfahren an. Sie entwickelte innovative  Brücken mit weit auskragenden Querrippen. Und sie schufen markante Hochbauten wie die St. Jakobshalle in Basel mit ihrem 90 Meter weit gespannten Hängedach aus Leichtbeton. Das neue, von Wendelin Schmidt herausgegebene Buch im Züricher Park-Books-Verlag würdigt erstmals umfassend die ingenieurtechnischen Leistungen der Brüder Schmidt – mit detaillierten Erläuterungen und zahlreichen historischen Fotografien, Zeichnungen, Plänen und Skizzen. Als Autoren konnten Lukas Abt, René Czechowski, Michel Donzel, Rolf Plattner und Wendelin Schmidt gewonnen werden. (kb, 21.2.15)

Schmidt, Wendelin (Hg.), Ernst und Albert Schmidt, Ingenieure. Pioniere des Brückenbaus, hg. von der Gesellschaft für Ingenieurbaukunst, Park Books, Zürich 2014, 300 Seiten, 403 Farb- und Schwarzweiß-Abbildungen, 30 x 24 cm, ISBN 978-3-906027-59-3.