This is modern

This is modern Bild: (Jovis-Verlag)
Neue Pläne für einen modernen Pavillon (Bild: Jovis-Verlag)

Kein Abriss unter dieser Nummer? Der Deutsche Werkbund Berlin widmete sich zur Architektur-Biennale 2014 und zum 100-jährigen Jubiläum der Deutschen Werkbundausstellung Köln 1914 in Venedig der heutigen modernen Architektur und Gestaltung: 22 Deutsche Architekturbüros – aufstrebende und arrivierte, konservative und undogmatische, spektakuläre und behutsame – wurden gebeten, ihre Philosophie ganz konkret darzulegen. Ihre Aufgabe: Entwirf für Venedig einen neuen Deutschen Pavillon!

Der in vorliegender Form 1938 von Ernst Haiger gestaltete Bau wurde ursprünglich 1909 als Bayerischer Pavillon errichtet. Sein Abriss wurde vor einigen Jahren vom Präsidenten der Bundesarchitektenkammer gefordert. Nun tat man einfach mal so, als wäre der Pavillon tatsächlich baufällig und gewährte den Architekten die Chance zum Neubau an gleicher Stelle: Im Rahmen des trinationalen Festivals „Die Architekturtage/Les journées de l’architecture“ wird die Ausstellung „this is modern“ nun bis zum 24. Oktober 2014 014 zum ersten Mal in Deutschland in den Räumen von USM in Bühl präsentiert. Und einen Katalog gibt es auch zu kaufen. (db, 6.10.14)

Kromrei, Claudia (Hg.), This is modern. Deutsche Werkbund Ausstellung Venedig 2014, Jovis-Verlag, Berlin 2014, 384 Seiten, gebunden, ca. 350 Farbabbildungen, 17,2 x 25 cm, ISBN 978-3-86859-283-2 (deutsch), ISBN 978-3-86859-300-6 (englisch).

Die Stadt, der Highway und die Kamera

Die Stadt, der Highway und die Kamera (Bild: Deutscher Kunstverlag)
Die Stadt, der Highway und die Kamera (Bild: Deutscher Kunstverlag)

Warum sollte man – noch dazu als Künstler – eine Straße ablichten? Nach 1945 zeigten Fotografen wie Charles Pratt, Roy DeCarava oder Garry Winogrand die Metropole New York so, wie sie sie sahen: als eine Stadt im Umbruch. Die Street Photography feierte den Highway als Lebensraum. Zu einer Zeit, als die Straße auch von der Stadtplanung entdeckt und neu gestaltet wurde. Bildmagazine wie „Life“ und „Look“ hingegen blendeten diese Entwicklung völlig aus. Sie idealisierten stattdessen das Bild der amerikanischen Vorstadt – und förderten damit noch die Flucht in die Stadtrandbezirke.

Mit ihrer Dissertation „Die Stadt, der Highway und die Kamera“ beleuchtet die Kunsthistorikerin Jutta von Zitzewitz eben jenen Zusammenhang von Fotografie und Stadtplanung. In ihrer bildwissenschaftlichen Studie arbeitet sie erstmals heraus, wie die Street Photography und die Magazinfotografie nicht nur die Stadtentwicklung spiegeln. Sie stießen auch die öffentliche Debatte darüber und prägten ihren Verlauf. (kb, 5.10.14)

Zitzewitz, Jutta von, Die Stadt, der Highway und die Kamera. Fotografie und Urbanisierung in New York zwischen 1945 und 1965, Deutscher Kunstverlag München 2014, 272 Seiten, broschiert, 118 Schwarzweiß/9 Farbabbildungen, 17 x 24 cm, ISBN 978-3-422-07206-0.

 

Platte in Dresden

Dresden_Neustädter_Markt_copyright_X-Weinzar_Wikipedia_Creative Commons CC-BY-SA-2.5
Dresden, Neustädter Markt (Copyright: X-Weinzar/ Wikipedia Creative Commons CC-BY-SA-2.5)

Die lange verhasste „Platte“ wird allmählich auch an repräsentativen Plätzen als ein Stück deutscher Architekturgeschichte erkannt: Derzeit diskutiert man in Dresden leidenschaftlich darüber, ob ein Teil der Plattenbauten am Neustädter Markt abgebrochen werden soll. Eine nicht repräsentative Telefonbefragung der „Sächsischen Zeitung“ ergab durchaus Überraschendes: 45 Prozent der 710 Befragten sprachen sich für den Erhalt der Plattenbauten aus. 29 Prozent stimmten dagegen. Und rund 26 Prozent wollten sich nicht festlegen.

Angestoßen wurde die Diskussion Anfang 2014, als Stadt- und Ortsbeiräte über die Zukunft des Fußgängertunnels am barocken Reiterbild August des Starken, dem „Goldenen Reiter“, berieten. Die unterirdische Querung wurde während des Elbhochwassers im Juni 2013 überschwemmt und schwer beschädigt. Gutachten ergaben, dass eine Sanierung über 300.000 Euro kosten würde. Politiker mehrerer Parteien lehnten das ab. Stattdessen machten sie sich für eine Neugestaltung des gesamten Platzes stark – die bereits seit längerer Zeit debattiert wird: Um die Sichtachsen auf die restaurierten Barock- und Gründerzeitviertel hinter dem Neustädter Markt wiederherzustellen, müssten einige der Plattenbauten aus den Siebzigern fallen. (db, 4.10.14)