Stets zu Diensten

Stets zu Diensten

Dresden-Johannstadt, Dienstleistungszentrum (Bild: ostmodern.org)
Dresden-Johannstadt, Dienstleistungszentrum (Bild: ostmodern.org)

Die Plattenbauten in der Dredener Johannstadt werden teils saniert, teils abgeräumt. Dabei fallen auch diverse Infrastruktur-Gebäude weg. Das Wohnungsunternehmen Vonovia (einstmals Gagfah) will in nächster Zeit das ehemalige „Dienstleistungszentrum“ verkaufen, das einst Geschäften wie Frisör, Schlüsseldienst und einer Reparaturwerkstatt Platz bot – der neue Eigentümer wird den Bau dann voraussichtlich abräumen lassen.

Zuvor hat man aber gestattet, dass ein besonderer Gebäudeteil durch engagierte Ostmoderne-Freunde gerettet werden konnte: Der neonbeleuchtete Schriftzug „Dienstleistungen“ wurde Mitte Februar fachgerecht demontiert. Die Teams von ostmodern.org, INDUSTRIE.KULTUR.OST, Werkstatt Baukultur Dresden und able dresden haben ihre Kräfte vereint, um die Neonreklamen vor Vandalismus und dem drohenden Ende im Schrottcontainer zu retten. Die Beteiligten möchten den Schriftzug gerne irgendwann wieder öffentlich präsentieren – Fernziel wäre eine Ausstellung zur DDR-Architektur. Im Moment wäre allerdingst erst einmal mit einem geschützten Lagerraum geholfen. Wer einen vorübergehenden Platz für den Schriftzug hat, der kann sich gerne bei den Beteiligten melden … (db, 4.3.17)

Das Jahnstadion ist Vergangenheit

Das Jahnstadion ist Vergangenheit

Regensburg, Jahnstadion 2017 (Bild, S. Schörgenz)
Das Jahnstadion 2017: Die Tribüne fällt, der Anzeigenturm bleibt stehen (Bild: S. Schörgenz)

Als es 1926-31 gebaut wurde, stand es auf der grünen Wiese, mittlerweile ist die Stadt Regensburg an das alte Jahnstadion herangewachsen. Nun wird die Sportstätte, in der der heutige Fußball-Drittligist SSV Jahn Regensburg bis zum Juli 2015 seine Heimspiele austrug, abgerissen. An ihrer Stelle soll ein neues Grundschulzentrum entstehen. Der SSV Jahn Regensburg ist bereits im Juli 2015 in die neue Continental-Arena in den Stadtteil Isling umgezogen, seither lag das alte, 12.500 Zuschauer fassende Stadion brach.

Ex-Nationalspieler „Aki“ Schmidt begann bei Jahn Regensburg 1968 seine Trainerkarriere. Die 1931 errichtete, damals hochmoderne Regensburger Tribüne fällt wie der Rest des Stadions. Erhalten bleibt jedoch der sogenannte „Jahnturm“, von dem aus bis zuletzt der Spielstand angezeigt wurde: Er soll nun in das neue Schulzentrum integriert werden. Pläne, den Turm ins neue Stadion zu translozieren, zerschlugen sich während der Bauphase. Tatsächlich war die alte Regensburger Anlage einst sogar olympische Spielstätte: Sechs Spiele des Fußballturniers 1972 wurden hier ausgetragen. Im DFB-Pokal traten in den Gästeteams unter anderem Lichtgestalt Franz Beckenbauer an, Bastian Schweinsteiger pflügte den Oberpfälzer Rasen und auch Günter Netzer spielte seine tödlichen Pässe. (db, 2.3.17)

ABB im DAM

ABB im DAM

Frankfurt/Main, Berliner Straße 27 (Bild Roland Meinecke, CC BY-SA 2.0)
Frankfurt/Main, Berliner Straße (1956): Otto Apels Hommage an Le Corbusier (Bild: Roland Meinecke, CC BY SA 2.0)

Die Architektur von Otto Apel, insbesondere die Projekte des 1961 gemeinsam mit  Hannsgeorg Beckert und Gilbert Becker gegründeten Büros ABB, prägen die Innenstadt von Frankfurt am Main. Die Städtischen Bühnen (1963), der Gebäuderiegel der Deutschen Bundesbank (1972), das Hotel Interconti (1963) und das Dresdner-Bank-Hochhaus (1980) stehen noch immer als unübersehbare Symbole ihrer architektonischen Ära – und das in einer Stadt, in der Gebäude sonst oft keine 40 Jahre überdauern.

Von 18. März bis 14. Mai widmet sich nun das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt diesem Oevre in der Ausstellung „Bühnen, Banken, Flugzeughallen – Frankfurter Projekte von Otto Apel / ABB Architekten“. Das DAM hat das Archiv des Büros in seine Sammlung übernommen und präsentiert die Bauten der 1950er bis 1970er Jahre in über 500 historischen Aufnahmen des Fotografen Ulfert Beckert, dem Bruder von Hannsgeorg Beckert. Ergänzt werden sie durch neue Fotografien des Künstlers Eike Laeuen. Zwei prominent besetzte Veranstaltungen begleiten die Schau: „Das Gesamtkunstwerk Dresdner Bank“ am 20. April sowie „ABB sanieren“ am 27. April, beide jeweils um 19 Uhr im Auditorium des DAM. (db, 1.3.17)