Bad Orb, St. Michael (Bild: historische Postkarte)

Bad Orb: Der Turm soll weg

Als die Touristen noch zahlreich in das wachsende Kurstädtchen Bad Orb kamen, brauchte man eine zweite römisch-katholische Kirche: St. Michael wurde 1964 nach Plänen des Kasseler Architekten Johannes Reuter fertiggestellt. Seitdem thront sie auf einer Anhöhe über dem Ort. Doch seit 2016 ist die Kirche geschlossen, denn der Turm musste wegen herabfallender Betonbrocken abgesperrt werden. Nach einer Begutachtung wurden die Kosten für eine (Beton-)Sanierung überschlagen und entschieden: Das lohnt sich nicht mehr! Selbst wenn man den Turm jetzt sanieren würde, so die Argumentation, müsste man ja irgendwann wieder Geld in die Hand nehmen – schließlich wurde der Turm schon einmal saniert.

Einen Bedarf für den zweiten Gottesdienstraum sieht man nicht mehr, dafür reiche die bestehende Kirche St. Martin. Gegenüber der „Fuldaer Zeitung“ erklärte Pfarrer Stefan Kümpel die weiteren Pläne für St. Michael: Zeitnah sollen der Turm abgerissen (die Abbruchgenehmigung steht allerdings noch aus) und das Kirchenschiff profaniert werden. Der Verbleib der Glocken ist geklärt, der Verkauf der Orgel soll eingeleitet werden. Von einem Abriss des Schiffs ist jedoch (noch) nicht die Rede, das sei „ultima ratio“. Man bevorzuge eine würdige Nachnutzung – etwa als Kolumbarium oder Kindergarten. (kb, 3.8.20)

Bad Orb, St. Michael (Bild: Jörg Braukmann, CC BY SA 4.0, 2020)

Titelmotiv: Bad Orb, St. Michael (Bilder: Titelmotiv: historische Postkarte; unten: Jörg Braukmann, CC BY SA 4.0, 2020)