Bagger am Bundesrechnungshof

Der Westflügel (links) des ehemaligen Bundesrechnungshofs wird abgerissen - und mit ihm ein weiteres Gebäude der 1950er (Bild: D. Bartetzko)
Frankfurt am Main: Der Westflügel (rechts) des ehemaligen Bundesrechnungshofs wird abgerissen – der Rest soll saniert werden (Bild: D. Bartetzko)

In Frankfurt wird mal wieder ein gutes Stück 1950er-Jahre Architektur umgekrempelt: Für die geplanten „Kornmarkt-Arkaden“ fallen der Westflügel des denkmalgeschützten ehemaligen Bundesrechnungshofs samt eines Nachbargebäudes. Bis 1955 wurde der gelb verklinkerte Stahlskelettbau nach Entwurf von Werner Dierschke und Friedel Steinmeyer errichtet. Auf einem langgestreckten Z-förmigen Grundriss entstand das Verwaltungszentrum als modernes Gegengewicht zur wiederaufgebauten Pauluskirche. 2012 wurde das markante Ensemble als „Denkmal des Jahres“ ausgezeichnet.

Nachdem die Bundesbehörde vor 15 Jahren ausgezogen war, stand der Bau in zentraler Lage leer. Der nun verbleibende Haupttrakt des Ensembles soll saniert und in das ehrgeizige Arkaden-Neubauprojekt einbezogen werden: acht Geschosse, 310.000 Quadratmeter Nutzfläche. Als deutliches Signal der Veränderung wird sich ein „Bug“ dem Karmeliterkloster entgegenwölben. Die verantwortliche OFB-Entwicklungsgesellschaft sieht ihr Vorhaben als „wesentlichen Beitrag zur Belebung der Innenstadt“. Kritiker bemängeln, das voluminöse Projekt erschlage die gewachsenen Strukturen. Bei der anlaufenden Sanierung des verbliebenen Baudenkmals sollen das geschwungene Treppenhaus und das zeitgenössische Wandgemälde von Eberhard Schlotter erhalten werden. (db, 9.4.15)