Jetzt ist es amtlich, genauer gesagt, gerichtlich: Die Bahnhof-Apotheke (1979) im westfälischen Lübbecke ist und bleibt Denkmal. Als Grundlage für den postmodernen Bau der Bahnhof-Apotheke Lübbecke dienten die Zeichnungen eines ostwestfälischen Apothekers: Der stilsichere Rainer Krause (1952–2013) konnte 1974/76 die italienische Architektengruppe Superstudio, hier speziell Adolfo Natalini (1941–2020), für den Neubau des Familienbetriebs gewinnen. In Lübbecke störte man sich zunächst an diesem 1979 fertiggestellten Haus. Rasch waren Spitznamen wie „Waschmaschine“ oder „Pillenbunker“ zur Hand. Doch als Zeitschriften wie „Casa Vogue“ oder „Schöner Wohnen“ positiv über die Bahnhof-Apotheke schrieben, stellte sich bald Stolz ein. Schließlich richtete sich Krause im Dachgeschoss der Stilikone mit seinem neuen Designberatungsbüro ein, dessen Ausstellungen es bis zur Documenta schaffen sollten.

Beim aktuellen Rechtsstreit waren weder die gut belegte Entstehungsgeschichte noch der von Fachleuten attestierte, architekturhistorische Wert des Bauwerks umstritten. Im Mittelpunkt standen stattdessen zwei Argumente, mit denen der heutige Eigentümer die Ausweisung als Denkmal angefochten hatte. Zum einen erklärte das Gericht, dass das Alleinstellungsmerkmal, die Einmaligkeit des Objekts nicht auschlaggebend für den Schutzstatus ist. Zum anderen wurde die Aussage abgewiesen, der Bau sei als Denkmal nicht mehr anpassungsfähig an heutige Bedürfnisse. Dies, so das Gericht, werde später ganz normal in der Abwägung der zuständigen Behörden entschieden.(kb, 26.7.25)

Lübbecke, Bahnhof-Apotheke (Bilder: links: Aldo Ballo, rechts: Reinhard Wolf)

Lübbecke, Bahnhof-Apotheke (Bilder: links: Aldo Ballo, rechts: Reinhard Wolf)

Anmelden

Registrieren

Passwort zurücksetzen

Bitte gib deinen Benutzernamen oder deine E-Mail-Adresse an. Du erhältst anschließend einen Link zur Erstellung eines neuen Passworts per E-Mail.