Berlin, neue Nationalgalerie (Bild: DrKssn, CC BY-SA 3.0)

Bald wieder Mies

Fünf Jahre hat es gedauert, doch nun wird Berlins größter Tempel wieder seine Türen öffnen: Am 21. August 2021 macht die Neue Nationalgalerie planungsgemäß wieder auf – dies hat der Leiter Joachim Jäger am Freitag bekanntgegeben. Die Schlüsselübergabe soll am 29. April stattfinden, anschließend wird es Tage der Offenen Tür geben. Als erste Ausstellungen sind angekündigt „Die Kunst der Gesellschaft“ mit Werken aus der Sammlung des Hauses (22. August bis Sommer 2023) sowie „Alexander Calder. Minimal/Maximal“ (22. August bis 12. Februar 2022). Ein Bewunderer des Bildhauers Calder (der 1975 auch das erste „BMW Art Car“ gestaltete) war Ludwig Mies van der Rohe, und hier schließt sich der Kreis: van der Rohe ist der Architekt der 1968 fertiggestellten Berliner Moderne-Ikone.

Die Neue Nationalgalerie wurde gebaut als Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts und ist Teil des Kulturforums im Bezirk Tiergarten. Zum Forum zählen unter anderem auch die Berliner Philharmonie (1960-63, Hans Scharoun), die Staatsbibliothek (1967-78, Hans Scharoun/Edgar Wisniewski) und das Kunstgewerbemuseum (1978-85, Rolf Gutbrod). So richtig glücklich ist bis heute niemand mit der Konzeption und der städtebaulichen Einbindung des Areals, Philharmonie und Neue Nationalgalerie sind allerdings längst als Inkunabeln anerkannt. Die etwa 140 Millionen Euro teure Sanierung des Baus wurde von Chipperfield Architekten durchgeführt. Und nach dem, was bislang zu sehen ist, hat sich das Büro im eigenen Ausdruck sehr zurückgehalten und „Mies pur“ realisiert – ganz im Sinne des Urhebers und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, zu der die Staatlichen Museen Berlin gehören. (db, 20.3.21)

Berlin, Neue Nationalgalerie (Bild: DrKssn, CC BY-SA 3.0)