Berlin, Fensterputzer am Kottbusser Tor, nach 1945 (Bild: Elsa Thiemann (Margot Schmidt (Nachlassverwalterin)), CC BY-SA 2.0.de)

Moderne(r) Putzen in Dessau

Eine „Archäologie der Gebäudereinigung“, so versteht das diesjährige Bauhaus Lab in Dessau sein Thema. Vom 4. Mai bis zum 9. August 2015 steht das internationale postgraduale Programm unter dem Motto „Cracks in the Curtain Wall – Beyond an Architecture of Cleanliness“. Es geht um die neue materiale Kultur der modernen Architektur unter einem bisher wenig beachteten Aspekt: dem Putzen. Die Moderne überzog Produkte und Gebäude mit glatten, sauberen und harten Oberflächen aus industriellen Materialien. Sauberkeit, Effizienz und Reibungslosigkeit wurden hoch gehandelt – die betrieblichen Infrastrukturen hinter den großen Glasfassaden jedoch bleiben weitgehend unerwähnt.

Das Bauhaus Lab 2015 geht erstmals den Putzspuren an ausgewählten Bauten der Moderne nach. Entstehen sollen Szenarien eines neuen Stoffwechsels zwischen Mensch, Ding und Umwelt, welche die moderne Aseptik von gläserner Transparenz, Kontrolle und Ordnung überwinden. Mit einem „Statement of Interest“ können sich jungen Professionelle aus Architektur, Design, Kunst und kuratorischer Praxis bis zum 31. März 2015 bewerben unter: lab@bauhaus-dessau.de. Die Teilnahme ist kostenfrei, das Programm findet auf Englisch statt. In der ehemaligen Metallwerkstatt im Bauhausgebäude werden Arbeitsplätze gestellt, die Ergebnisse werden im Rahmen des internationalen Kunst- und Designprojekts „Haushaltsmesse 2015“ in den Meisterhäusern gezeigt. Bis zum 15. April 2015 werden acht Teilnehmer ausgewählt. (kb, 9.2.15)

Berlin, Fensterputzer am Kottbusser Tor, nach 1945 (Bild: Elsa Thiemann (Margot Schmidt (Nachlassverwalterin)), CC BY-SA 2.0.de)