Bauhaus, Tapeten-Musterkarte (Bild: Rasch-Archiv, 1930)

Bauhaus zum Kleben

Vor 90 Jahren entwickelte die Firma Gebr. Rasch & Co. gemeinsam mit der legendären Dessauer Kunstschule die „Bauhaus-Tapete“. Den Kontakt hatte die Kandinsky-Schülerin Maria Rasch, Schwester des Geschäftsführers Emil Rasch hergestellt. Unter dem damaligen Bauhaus-Direktor Hannes Meyer wurde ein Wettbewerb unter den Studierenden ausgetragen. Am Ende stand die „blaue Bauhaus-Karte“ mit 14 Flächenmustern in jeweils fünf bis 15 Farbvarianten. Ursprünglich war die Tapete für die sog. Volkswohnung vorgesehen. In den ersten Jahren wurden davon rund sechs Millionen Rollen verkauft – heute ist die Rede vom „größten kommerziellen Erfolg des Bauhauses“.

Produziert wurde die Design-Flachware in Bramsche bei Osnabrück – und im Bauhaus-Jahr erhält sie eine eigene Ausstellung im Museumsquartier Osnabrück. Hier wird der Bogen gespannt von der Geschichte und den Akteuren des Projekts „Bauhaus-Tapete“ bis hin zu deren aktueller Neuauflage: 40 Oberflächendesigns mit den 72 Farbtönen im Baukastensystem. Aus eben dieser gestaltet der zeitgenössische, international bekannte Künstler Tobias Rehberger eigens für die Ausstellung eine großformatige Wandarbeit. Nicht zuletzt haben Studierende des Kunsthistorischen Instituts der Universität Osnabrück sich für die Ausstellung mit designhistorischen Fragen auseinandergesetzt. Die Ausstellung „Bauhaustapete – neue aufgerollt“ ist in Osnabrück zu sehen vom 17. August bis zum 8. Dezember. (kb, 30.7.19)

Bauhaus, Tapeten-Musterkarte (Bild: Rasch-Archiv, 1930)