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Begreifbare Baukunst

Begreifbare Baukunst

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Bei einigen Exponaten musste das Grassimuseum nicht lange suchen: Türklinke im Museumsbau von Hans Kollhoff (Bild: Grassimuseum Leipzig)

Im Leipziger Grassimuseum geben sich in den kommenden Monaten Karl Friedrich Schinkel, Walter Gropius, Jasper Morrison und andere bedeutende Baumeister die Klinke in der Hand. Gewürdigt werden sie jedoch nicht in Einzelausstellungen, vielmehr ein verbindendes Detail ihrer Arbeit vergleichend nebeneinander gestellt: der Türdrücker. Als haptischer Berührungspunkt zwischen Mensch und Bauwerk sahen und sehen sich Türdrücker und -griffe stets in der Verantwortung, Architektur im Kleinen zu repräsentieren.

Die Ausstellung „Begreifbare Baukunst. Die Bedeutung von Türgriffen in der Architektur“ versammelt 30 Stelen mit historischen und zeitgenössischen Türgriffen, die in Form, Material und Konzeption deutlich divergieren. Ihre Entstehungszeit reicht vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Die Schau fordert ihre Besucher ausdrücklich zum „Begreifen“ aus. So können sie etwa im Selbstversuch ergründen, ob die Handschmeichler den „Vier Gebote des Greifens“ folgen, welche der Designer Otl Aicher in den 1980ern in Form obligatorischer Must-Haves für Klinken aufstellte: Daumenbremse, Zeigenfingerkuhle, Ballenstütze und Greifvolumen. Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Mai 2017 zu sehen. (jr, 26.11.16)