Frankfurt, Adickesallee 36 November 2020 (Bild: Daniel Bartetzko)

Beinahe nachhaltig …

Die „Graue Energie“ in Gebäuden war in den vergangenen Jahren oft Thema. Besonders, wenn es um aufwendige Abrisse intakter Großbauten ging. Ein positives Beispiel entstand zwischenzeitlich in Frankfurt/Main: Die dortige „Frankfurt School of Finance & Management“ hatte in der Nachbarschaft drei schmucklose Sechziger-Jahre-Bauten für Studentenwohnungen und Büros umgenutzt (das Gebäude Adickesallee 36 diente vorher auch eine Zeitlang als Polizeipräsidiums-Kulisse im ARD-„Tatort“). Leider währte dieser nachhaltige Umgang mit Architektur nur rund vier Jahre: 2019 wurden die früheren Gerichtsgebäude an den Microappartement-Projektentwickler „i Live“ verkauft – und werden doch abgerissen. Zugunsten von 1100 neuen Appartements, die angeblich zu 80 Prozent an Studenten vermietet werden sollen.

Der geplante, spektakuläre Neubau ist ein Entwurf des New Yorker Büros hollwich kushner (HWKN) und sieht auf 39.000 Quadratmetern Micro-Wohnungen, Freizeitbereich, Fitnessstudio und einen Veranstaltungsraum vor. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau werden die Wohnungen etwa 20 Quadratmeter groß sein und etwa 600 Euro Miete pro Monat kosten. 140 Appartements sollen öffentlich gefördert werden, für diese soll für eine Warmmiete von 350 Euro im Monat erhoben werden. Zudem entsteht ein Hotel mit etwa 120 möblierten „Serviced Apartments“ für Seminarteilnehmer der privaten School of Finance & Management. Vom Projekt mag man halten, was man will – zum Turbofinanzplatz Frankfurt am Main passt es zumindest recht gut … (db, 12.11.20)

Frankfurt, Adickesallee 36 (Bild: Daniel Bartetzko)