Berlin 1945/46

Obwohl er im Büro der britischen Militärregierung offenbar nicht über mangelnde Beschäftigung klagen konnte, schoss Newman über 1500 Fotos im kriegszerstörten Berlin (Bild: © Stadtmuseum Berlin)
Obwohl er im Büro der britischen Militärregierung offenbar nicht über mangelnde Beschäftigung klagen konnte, schoss Newman über 1500 Fotos im kriegszerstörten Berlin (Bild: © Stadtmuseum Berlin)

Das Berliner Stadtmuseum blickt anlässlich des 70. Jahrestags des Kriegsendes mit einer Fotoausstellung auf die unmittelbare Nachkriegszeit in der ehemaligen Reichshauptstadt. Die Schau greift dabei auf den umfangreichen fotografischen Nachlass des britischen Soldaten, Ingenieurs und Fotografen Cecil F. S. Newman zurück, der 1945 mit den britischen Pioniertruppen nach Berlin gekommen war. Die Fotoausstellung „Berlin 1945/46. Fotografien von Cecil F. S. Newman“ ist bis zum 25. Oktober 2015 im Märkischen Museum zu sehen. Begleitend ist ein umfangreicher Katalog mit 100 teils farbigen Abbildungen erschienen.

Die Aufnahmen zeigen die Berliner Trümmerlandschaft der unmittelbaren Nachkriegszeit aus Sicht eines Fachmanns. Als Ingenieur war Newman Mitglied des Internationalen Komitees für Bau- und Wohnungswesen und arbeitete am ersten Wiederaufbauplan der Stadt unter der Leitung Hans Scharouns mit. Dennoch sind die Fotos keine nüchternen Arbeitsaufnahmen eines technischen Experten. Auch die Einwohner der zerstörten Stadt sowie deren Aufräum- und Wiederaufbaubemühungen wählte er häufig als Motiv. Die Ausstellung macht der Öffentlichkeit erstmals Teile des umfangreichen Bestandes von über 1.500 Negativen zugänglich, der auf einer Schenkung der Tochter Newmans an der Berliner Stadtmuseum beruht. (jr, 14.8.15)