Berlin: Denkmalschutz statt Abriss

Die Kreuzsteine aus der Werkstatt von Hedwig Bollhagen retten die ehemalige Australische Botschaft (1973/74) in Berlin-Pankow - vorerst ... (Bild: Doris Antony, CC BY-SA 3.0)
Die Kreuzsteine aus der Werkstatt Bollhagen retten die ehemalige Australische Botschaft – vorerst … (Bild: Doris Antony, CC BY-SA 3.0)

Für die ehemalige Australische Botschaft (1973/74) in Berlin-Pankow war der Abbruch schon vor über einem Jahr beantragt. Doch dann passierte nichts mehr. Und nun wird es schwierig, den DDR-Vorzeigebau abzuräumen: Dem Tagesspiegel sagte der Pankower Baustadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne): „Weil der Eigentümer mit dem Abriss nicht aus dem Knick kam, […] haben die Kollegen von der Denkmalpflege […] das Gebäude unter Schutz gestellt.“

Grund ist vor allem die Keramikfassade aus der Werkstatt von Hedwig Bollhagen. Architekt der Botschaft ist Horst Bauer (*1928), der als einstiger Leiter des Bau- und Montagekombinats Ingenieurhochbau Berlin für die DDR-Hauptstadt unter anderem auch das Café Moskau entwarf. Der Eigentümer des schon seit 1986 nicht mehr als Botschaft genutzten Bauer-Baus wollte diesen für Wohnzwecke umnutzen, der schlechte Allgemeinzustand hatte ihn aber zum Abriss bewogen. Die Keramiken sollten dem Bollhagen-Museum übergeben werden, anstelle der Botschaft eine Wohnbebauung entstehen. Inzwischen hatten sich die Pläne zu einem handfesten „Geschosswohnungsbau auch in die Tiefe des Raums“ entwickelt, sagt Baustadtrat Kirchner. „Wegen des Denkmalschutzes dürften sie in der geplanten Dichte nun nicht mehr zu realisieren sein.“ Das klingt nicht nach einer Garantie für den Erhalt … (db, 17.11.15)