Am Dienstag starteten unangekündigt Knabbereien am Berliner Sport- und Erholungszentrum (SEZ), um dessen geplanten Abriss seit Monaten gerungen wird. Auf von der Initiative SEZ für alle! veröffentlichten Fotos und Videos ist zu sehen, wie das Außenbecken abgerissen und verfüllt wird, Fassadenteile herausgerissen und das Dach abgedeckt werden. Beauftragt hat die Arbeiten offenbar die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM). Ein Sprecher teilte dem rbb mit, es sei Ziel, „die Außenanlagen für die für die zukünftige Baustelleneinrichtung vorzubereiten“. Jetzt hat das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg die Abrissarbeiten nach einer Kontrolle vor Ort offiziell gestoppt. Die Bauaufsicht bestätigte am Freitagmorgen der Presse, dass weder Abrissanzeige noch Abrissgenehmigung vorlägen. Es sei bedauerlich, dass die WBM Maßnahmen ergreife, die anscheinend der Auftakt zum Abriss seien, sagte Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) der Zeitung B.Z.. Er fordert ein Abrissmoratorium und sagt, dass die kommende Landesregierung klären müsse, ob das SEZ eine Zukunft habe oder nicht.

Die landeseigene WBM will auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Areal des 1981 eröffneten SEZ rund 550 Wohnungen bauen, den ersten Platz im Gutachterverfahren hierfür belegte das Frankfurter Büro Stefan Forster. 50 Prozent der neuen Wohnungen sollen sozial gefördert werden. Angekündigt ist außerdem „eine großzügige Gewerbefläche, die eine nachhaltige Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Freizeit ermöglicht“. In der Freiraumgestaltung hinter den Blöcken sollen Bauteile des SEZ integriert werden. Der DDR-Prestigebau SEZ war Schwimmbad, Sport- und Veranstaltungshalle, es gab Konzerte und Theateraufführungen, Konzerte und Partys. Nach der Wiedervereinigung wurde der hochsubventionierte bis etwa 2002 durchs Land Berlin weitergeführt, im folgenden Jahr wurde der Bau an einen Investor verkauft, der wieder einen Badebetrieb ermöglichen sollte, dazu kam es nie – das geschah jedoch nie.Via Gerichtsurteil fiel das SEZ 2024 endgültig zurück ans Land, das umgehend eine Zwangsräumung durchführen ließ. Im September 2025 beschied das Landesdenkmalamt, das SEZ nicht unter Schutz zu stellen, da das Gebäudeinnere zu stark zerstört sei. (db, 29.11.25)

Berlin, SEZ 2024 (Bild: Initiative SEZ für alle!)

Berlin, SEZ 2024 (Bild: SEZ für alle)

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