Der Pott als Vorbild für Berlin? Bei diesem Buch könnte das klappen. Denn das Team vom Lehrstuhl Städtebau der TU Dortmund, das erfolgreich den „Atlas Ruhrgebiet“ herausgegeben hat, nimmt sich in seinem Folgeband im Verlag Kettler die Hauptstadt vor. Unter dem Titel „Berliner Stadtmodelle“ werden 15 Wohnensembles zwischen dem 19. und späten 20. Jahrhundert porträtiert. Sie sollen exemplarisch stehen für die Entwicklung, die sich ab 1862 am sog. Hobrecht-Plan abarbeitete. Es werden Projekte vorgestellt, die auf die sozialen und städtebaulichen Herausforderungen ihrer Zeit reagierten – von Alfred Messels reformierten Mietshäusern über genossenschaftliche Blöcke der Frühmoderne und die programmatischen Bauten von Stalinallee und Hansaviertel bis zu Projekten der Stadtreparatur im Rahmen der IBA 1987.
Planzeichnungen und Axonometrien, städtebauliche Kennwerte sowie begleitende Essays machen die Projekte nachvollziehbar und vergleichbar. Die Fotografien des Berliner Architekturfotografen Maximilian Meisse zeigen zudem, wie die vorgestellten Stadtmodelle gealtert sind und welche ihrer Qualitäten sich im heutigen Stadtraum bewährt haben. Das Buch bietet einen ideologiefreien Blick auf die gebaute Wohnkultur Berlins und versteht sich als Werkzeug für Architektinnen, Planerinnen und alle, die sich für die Zukunft und Geschichte der Stadt und des Wohnens interessieren. Berliner Stadtmodelle ist eine Publikation von Moritz Henkel, Ingemar Vollenweider und Anna Jessen . Die Buchvorstellung für die „Berliner Stadtmodelle“ findet in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, am 3. Juni 2026 um 18 Uhr statt. (kb, 25.4.26)

Berlin, Wohnhof Lima, Herman Hertzberger (Bild: Maximilian Meisse, 2025)
