Berthold Beitz und sein Haus

Bethold Beitz auf dem Empfang des Leiters der Ständigen Vertretung der DDR in der BRD, Botschafter Ewald Moldt (Bild: Bundesarchiv Bild 183-1986-0226-333)
So sah Bethold Beitz aus (hier 1986 auf dem Empfang des Leiters der Ständigen Vertretung der DDR in der BRD, Botschafter Ewald Moldt) (Bild: Bundesarchiv Bild 183-1986-0226-333, Detail) – sein Haus sehen Sie HIER 

Auf seiner Geburtstagsfeier soll Alfried Krupp ihn 1952 per Handschlag zum Generalbevollmächtigten gemacht haben. Berthold Beitz (* 1913 in Zemmin/Pommern, + 2013 in Essen) hatte im Zweiten Weltkrieg jüdische Zwangsarbeiter vor dem Tod gerettet, indem er sie für die Erdölindustrie als unverzichtbar einstufte. Nach dem Krieg stieg Beitz zum mächtigsten Mann im Krupp-Konzern, später in der „Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung“ auf. Bereits 1953 hatte Krupp für Beitz in Essen ein großzügiges Wohnhaus errichten lassen. Die verklinkerte zweigeschossige Villa entwarf der Architekt Ferdinand Streb (1907-70), der sich zeitgleich mit dem Hamburger Alsterpavillon (1953) einen Namen machte.

Nachdem Beitz 2013 fast 100-jährig verstorben war, nahm die Denkmalpflege sein Wohnhaus intensiv in Augenschein – und kam zu dem Schluss, dass es weder baukünstlerisch noch aufgrund seiner Stellung im Gesamtwerk von Streb von herausragender Bedeutung sei. Auch der historische Wert als langjähriger Wohnort von Berthold Beitz sei am Bauwerk selbst nicht ablesbar. Thyssen-Krupp, in dessen Besitz das Wohnhaus Beitz immer verblieben war, will das Anwesen nun verkaufen, ein Abriss wäre dann wahrscheinlich. Eine Essener Initiative, darunter der BDA, wünscht sich für das aus ihrer Sicht geschichtlich wichtige Haus jedoch eine Zukunft – vielleicht als kulturelles Begegnungszentrum. (kb, 22.4.15)