Beton. Material und Idee

Die 68er-Generation wusste es genau: Beton ist nicht nur in den Mauern, sondern auch in den Köpfen. Beim Marburger Jonas-Verlag hat es das EKD-Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart vornehmer formuliert: „Beton. Material und Idee im Kirchenbau“. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden nicht nur Wohntürme und Rathäuser, sondern auch und vor allem Kirchen und Gemeindehäuser aus diesem Material der Möglichkeiten.

Viele von ihnen stehen heute unter Denkmalschutz und müssen saniert werden. Die Kirchen aus Beton werden jedoch (noch) selten geliebt. So konzentriert sich die Diskussion um Verkauf, Abriss oder Umwidmung vielfach auf Gottesdiensträume aus Beton. Wie kommt die gefühlsmäßige Bindung an ein Material zustande? Sind die Gefühlswerte dem Beton eingeschrieben oder kommen sie durch Zuschreibungen zustande, die sich ändern können? Mit der Frage nach dem Sinn des Materials, der emotionalen Qualität des Betons, seinem ideellen Wert und dem Wandel seiner Reputation führen die Beiträge von Fachleuten aus Architektur, Kunstgeschichte und Theologie ins Zentrum der Diskussion um die Betonkirchen der Nachkriegszeit. (kb, 17.1.15)

Erne, Thomas (Hg.), Beton. Material und Idee im Kirchenbau, hg. vom EKD-Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart, Jonas-Verlag, Marburg 2014, 112 Seiten, 79 teils farbige Abbildungen, ISBN 978-3-89445-488-3.