Es geht um die Folgeschäden des Kernkraftwerks Biblis. Doch in diesem Fall stehen nicht mögliche Strahlenwerte im Mittelpunkt eines juristischen Konflikts, sondern die Tierwelt. Konkret sind es die Schwalben, die mit dem Abriss der Kühltürme ihre angestammten Nistplätze verloren haben. Die Blöcke A und B wurden nach einer längeren Entwicklungs- und Bauphase Mitte der 1970er Jahre in Betrieb genommen. Vor allem nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl geriet die Energiegewinnung durch Atomkraft zunehmend in die Kritik. So wurde im Vorwort von Gudrun Pausewangs 1987 erschienenem Anti-Atom-Roman „Die Wolke“ ausdrücklich Biblis erwähnt.

2011 endete der Leistungsbetrieb des Kernkraftwerks Biblis. Der stufenweise Rückbau erreichte im Januar 2026 den letzten verbliebenen Kühlturm, der abgerissen wurde. Nun haben verschiedene Naturschutzorganisationen eine Klage gegen das Vorgehen des Energiekonzerns RWE beim Verwaltungsgericht Darmstadt eingereicht. Mit dem Abriss gingen die Nistplätze einer der größten deutschen Schwalbenkolonien mit rund 800 Vögeln verloren. Als die Vögel im Frühjahr zurückkehrten, fanden sie ihre vertrauten Nester nicht mehr vor, viele brüteten gar nicht, bei anderen Paaren starben die Jungvögel. Auch die errichteten Nistalternativen seien, so die Naturschützer:innen, nicht geeignet. Nun fordern sie, dass die Schutzmaßnahmen für die Schwalben nachgebessert werden. (kb, 24.8.26)

Biblis, AKW (Bild: giggel, CC BY SA 3.0, 2013)

Biblis, Kernkraftwerk vor dem Abriss (Bild: giggel, CC BY SA 3.0, 2013)

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