Bierpinsel und 2 x U-Bahn unter Schutz

Und auch Deutschlands feinster Essayist schätzt die Spätmoderne: CD-Cover Max Goldt, Berlin, Bierpinsel (Copyright: EFA-Vertrieb)
Und auch Deutschlands feinster Essayist schätzt die Spätmoderne: CD-Cover Max Goldt, Berlin, Bierpinsel (Copyright: EFA-Vertrieb)

Zwei Schwalben machen ja bekanntlich noch keinen Sommer, aber drei Unterschutzstellung spätmoderner Schönheiten sehen doch zumindest nach leichtem Tauwetter aus: In Berlin haben es das liebevoll Bierpinsel genannte Turmrestaurant (1976, Ralf Schüler/Ursulina Schüler-Witte), die U-Bahnhöfe Schloßstraße (späte 1960er Jahre, Ralf Schüler/Ursulina Schüler-Witte) und Fehrbelliner Platz (1971, Rainer Gerhard Rümmler) auf die Denkmalliste geschafft, wie das Internet-Portal urbanophil meldet. Schon seit Monaten kämpfen Experten und Initiativen wie „Kerberos“ um die bunten Schönheiten, die sich schon längst ins kollektive Bewusstsein der Hauptstadt gegraben haben.

Hintergrund ist, wie zumeist bei Unterschutzstellungen, die zunehmende Bedrohung gerade dieser Monumente. Um den Bierpinsel wird seit Monaten geplant, diskutiert und wieder zugeschlossen, in einigen Berliner U-Bahnstationen wurden schon Fakten geschaffen und Erhaltenswertes wegsaniert. Doch gerade in den 1970er Jahren hatte die Insel Berlin im öffentlichen Raum bemerkenswerte popfarbene Blüten getrieben. Die Unterschutzstellung von drei anerkannten Marken dieser Bauphase ist ein guter Anfang. Denn es ist wie immer: Nach dem Spiel ist … (kb, 27.1.17)