Blaupausen für den Pumakäfig

Es wird warm und Sie können sich wieder nicht entscheiden, ob Sie am Wochenende Meilensteine der Nachkriegsmoderne besichtigen oder doch lieber die Bären im städtischen Tierpark besuchen möchten? Das muss nicht sein. Eine jüngst erschienene Monografie widmet sich ausführlich der komplexen Bauaufgabe Zoo. Der Band nimmt 30 stilbildende Zoobauten von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis zu den Projekten der späten 1970er Jahre in den Blick.

Die Autorin macht dabei fünf Generationen von Zoobauten aus, die auch als gesellschaftsgeschichtliche Quellen für historische Wertvorstellungen im Zusammenleben von Mensch und Tier betrachtet werden können. Dabei finden sich auch viele Beispiel anspruchsvoller Architektur: das Alfred-Brehm-Haus im Ostberliner Tierpark etwa sollte mit seiner geschwungenen Form die Eleganz der beherbergten Raubkatzen repräsentieren und ist heute eine denkmalgeschützte Perle der Ostmoderne. Darüber hinaus versammelt der Band 32 Zoogebäude aus aller Welt, die in den vergangenen 20 Jahren realisiert wurden und unterzieht sie einer detaillierten Analyse. (jr, 24.4.17)

Meuser, Natascha, Architektur im Zoo. Theorie und Geschichte einer Bautypologie, DOM publishers, Berlin 2017, ISBN 978-3-938666-01-2.

Titelmotiv: Das Alfred-Behm-Haus in Ostberlin war der DDR eine Briefmarke wert (Bild: PD)