Das Einfamilienhaus ist kein privates Randthema, sondern ein blinder Fleck der Architektur. Im Rahmen der Open Design Week in Frankfurt geht am 8. Juni ein Vortrag Valerie Kronauer (Technische Universität München) und Andreas Hild (Büro Hild + K, Professur für Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege an der TUM) der Frage nach, warum ausgerechnet die meistverbreitete Wohnform so selten als architektonische Aufgabe verhandelt wird. Und das, obwohl sie Stadtraum, Ressourcenverbrauch und die Vorstellungen vom Wohnen bis heute maßgeblich prägt. Ausgangspunkt sind die Thesen der aktuellen (unbedingt sehenswerten!) Ausstellung des Deutschen Architekturmuseums (DAM) „Suburbia – Träume vom Eigenheim – Wege aus der Wohnungskrise„, und so rückt der Beitrag die Datenfrage ins Zentrum: Was wissen wir über diesen Bestand tatsächlich, was fehlt – und wie lässt sich aus einer vermeintlich starren Typologie eine konkrete Entwurfs- und Bauaufgabe entwickeln?

Der Vortrag versteht das Einfamilienhaus nicht als nostalgischen Wohntraum, sondern als Konfliktzone zwischen Flächenverbrauch, Eigentumslogik und räumlicher Zukunftsfähigkeit. Gerade darin liegt seine Hebelwirkung: Als massenhaft vorhandene, jedoch architektonisch kaum bearbeitete Typologie ist das Einfamilienhaus ein zentraler Ansatzpunkt, um Weiterbauen als Entwurfsstrategie neu zu denken. Die These lautet: Nicht allein das Neue ist entwerfbar, sondern gerade das Bestehende – insbesondere das Einfamilienhaus – als bislang unterschätzte kollektive architektonische Aufgabe. Klingt spannend, sehen wir uns? Los geht es am 8. Juni breits um 17.30 im Shared Resources Space im ehemaligen Neckermann-Gebäude am Danziger Platz, 60314 Frankfurt/Main – dort, wo das DAM während der Sanierung des Ungers-Baus am Mainufer sein Interimsquartier hatte. (db, 31.5.26)

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