Blokoshka (Bild: designboom.com)

Blokoshka

Nichts ist so typisch russisch wie Wodka, Trabentenstädte und diese „Wie heißen sie nochmal“-Holzfiguren zum Ineinanderstecken (Matroschka!). Mit „Blokoshka“ lassen sich jetzt zwei davon aufs Schönste verbinden: ostmodernes Systembauen zum Ineinanderschachteln. Denn von den 1950er bis in die 1980er Jahre erlaubte die Vorfabrikkation in den osteuropäischen Ländern eine „Häuserproduktion“ unbekannten Ausmaßes. Es erlaubte nicht nur, einer breiten Bevölkerungsschichte kostengünstig und schnell modernen Wohnungsstandard zu bieten. Die normierte Bauweise wurde auch als Ausdruck eines neuen sozialistischen Menschbilds gefeiert – und blendete fröhlich aus, dass auch der West-Kapitalismus gerne die Vorzüge der Vorfabrikation nutzte.

Von den Plattenbauten Ostberlins über die Wohnblocks Warschaus bis zu den Trabantenstädten Moskaus wurde das gerasterte Wohnen zum Lebensgefühl einer ganzen Generation. Vorfabriziert in Polen, kann man dieses Lebensgefühl mit „Blokoshka“ als Papierbausatz nach Hauses bestellen. Gestaltet von „Zupagrafika“, können vier vor-geschnittene und -gefaltete Häuserblocks zusammengesetzt werden. Das Bastelset im Packmaß von 25 x 25 cm enthält noch kurze Ausführungen zur Entwicklung des ostmodernen Häuserblocks. (kb, 12.3.16)

Darauf einen „Gorbatschow“ (oder eine der anderen im kapitalistischen Handel erhältlichen Wodkamarken): das Ostmoderne-Steckspiel „Blokoshka“ (Bild: designboom.com)