Vor wenigen Monaten hat die Stadt Bochum die Wohnanlage Schattbachstraße und das benachbarte Terrassenhaus Girondelle (Architekten Heinz Bruens und Carl Zeiler, 1970–1972) unter Schutz gestellt. Jetzt wurde das Ensemble vervollständigt: Das Ökumenische Studienwerk mit dem Evangelischen Thomaszentrum sind als weitere Zeugnisse dieser Epoche und dieser Nachbarschaft in die Denkmalliste der Stadt eingetragen worden. Gewürdigt wird damit insbesondere die architektonische, städtebauliche und die sozialgeschichtliche Bedeutung des Ensembles, das aus Lehrgebäude, Studierendenwohnheim, Mitarbeitenden- und Kleinstwohnungen sowie dem Evangelischen Thomaszentrum besteht. Entworfen haben es der Mannheimer Architekt Helmut Striffler und der Gartenarchitekt Wolfgang Tiedje, gebaut wurde von 1968 bis 1971.
Denkmalpflegerisch erfasst wurde der Komplex zunächst im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen der Stadt Bochum und dem Kunstgeschichtlichen Institut der Ruhr-Universität, in dem die Studierenden selbstständig potentiell bedeutende Bauwerke katalogisieren und damit eine Grundlage für die Inventarisation durch die Unteren Denkmalbehörden schaffen. Gestalterisch besticht das Ensemble durch die offene Anordnung der Gebäude um eine zentrale Platzanlage, die sorgfältig gestalteten Wege und Grünflächen sowie die charakteristische Verwendung von Schiefer als Fassadenverkleidung. Zugleich ist das Ensemble Zeugnis für die Idee des gemeinschaftlichen und interkulturellen Zusammenlebens, die das Ökumenische Studienwerk seit seiner Gründung prägt. Mit der Übergabe der Denkmalplaketten im Rahmen des Gottesdienstes zum 1. Advent 2025 wird so ein Ort des Lernens, Glaubens und der Begegnung im baukulturellen Erbe Bochums sichtbar. (pk, 19.12.25)

Bochum, Girondelle, Wohnanlage Schattbachstraße, Architekten Helmut Striffler, 1968 bis 1971 (Bild: Stadt Bochum)
