Jetzt also doch: Der geschlossene Kaufhof in Bremen wird abgerissen. Eine Prüfung der 2024 vom Senat gegründeten Stadtentwicklungsgesellschaft „Brestadt“ hat ergeben, dass der Rückbau des Bestandsgebäudes und des Parkhauses Mitte am sinnvollsten sei – der soll nun 2027 beginnen. Der kommende Neubau solle in puncto Nachhaltigkeit ein städtebauliches Vorzeigeprojekt werden – so die Beschlussvorlage. Geplant sind etwa begrünte Fassaden und ein Regenwasser-Konzept. Der Senat geht damit auf Forderungen der Grünen ein, die nach Bekanntwerden der Abrisspläne am Freitag gestellt wurden. SPD und Linke im Stadtparlament hatten sich zuvor schon für einen Abriss ausgesprochen. Zudem sollen sich nun vier statt bisher drei Architekturbüros an der Planung des Neubaus beteiligen dürfen. Sie alle sollen zunächst einen gemeinsamen Entwurf planen. Dieser wird dann Grundlage des Wettbewerbs der Büros.
Der 1972 nach Entwurf des Bremer Architekturbüros Morschel, Henke und Hodde errichtete Kaufhaus weist eine original erhaltene Hortenkachel-Fassade auf. Der Clou des Baus ist der monumentale „Lichtbaum“ aus 4800 Glühlampen im zylindrischen Treppenhaus, der sich durch die komplette Gebäudehöhe zieht. Entworfen wurde er von der Kölner Interlumen Lichtarchitektur GmbH. Mit 18.500 qm Verkaufsfläche war der Bremer Bau seinerzeit das größte Haus des einstigen Horten-Konzerns, der 1994 von Kaufhof übernommen wurde. Seit 2020 ist der Kaufhof geschlossen, im Erdgeschoss befand sich bis 2024 noch ein Möbelhaus; letzte Nutzer waren die Elektro-Kette Saturn und ein Asia-Supermarkt. 2024 hat die Stadt Bremen das Gebäude für rund 37 Millionen Euro gekauft – um es samt dem angrenzenden Parkhaus Mitte neu zu entwickeln. Lange war ein Umbau im Bestand geplant, nun soll doch Tabula Rasa gemacht werden. (db, 12.11.25)
Bremen, Ex-Kaufhof 2024 (Bild: Daniel Bartetzko)

