Dass die Weiße Moderne es im Detail bunt liebte, ist inzwischen ein Allgemeinplatz. Für Berlin sei nur auf die Projekte des Architekten Bruno Taut verwiesen – aus seinem Werk haben es immerhin vier Siedlungen auf die UNESCO-Welterbeliste geschafft haben. Denn Form und Farbe gehörten für die Klassische Moderne untrennbar zusammen. Genau hier setzt die Internationale Konferenz „Materiality and Color in Modernist Architecture“ an, die vom 7. bis 9. Mai 2026 im Alwin-Brandes-Saal (Alte Jakobstraße 149, Berlin) der Architektenkammer Berlin stattfindet. Die Konferenz wird gemeinsam veranstaltet von der TU München, der UdK Dresden, ICOMOS Deutschland, der Architektenkammer Berlin und dem Landesdenkmalamt Berlin, in Kooperation mit der Akademie der Künste sowie den Freunden und Förderern der Hufeisensiedlung Berlin-Britz. Damit soll eine Brücke geschlagen werden zwischen den wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem alltäglichen Umgang mit diesem besonderen Kulturerbe.
In Vorträgen werden Beispiele aus Berlin, Paris, London, Wien, Dubrovnik und Buenos Aires vorgestellt, aber auch regionalere Bauten wie Scharouns Villa Schminke im sächsischen Löbau. Teil der Konferenz ist auch ein Besuch im Schaudepot der Architektenkammer am Pariser Platz. Eine der bereits zum Welterbe gezählten Siedlungen, die Hufeisensiedlung, wird vorgestellt vom KulturerbeNetz-Mitglied Ben Buschfeld. Nicht zu vergessen die Führung der Welterbe-Referentin Sabine Ambrosius durch die Waldsiedlung Zehlendorf (alias „Onkel Tom-Siedlung“), die vom Land Berlin als Ergänzung des Welterbegebiets vorgeschlagen wurde. (kb, 24.4.26)

Berlin, Hufeisensiedlung (Bild: Helena Pr, via flickr, CC BY 2.0)
