Die Initiative JustizzentrumErhalten setzt sich seit 2022 für einen Erhalt und eine kooperative Entwicklung und gegen den Verkauf des Strafjustizzentrums an der Nymphenburgerstrasse in München ein. Anlass der anhaltenden Proteste ist der drohende Verlust eben jenes brutalistischen Gebäudes, das 1977 nach den Entwürfen von Peter Kaup fertiggestellt wurde. Der 1939 geborene Architekt hatte seinen Beruf nach dem Krieg in München an der Staatsbauschule erlernt und anschließend ein eigenes Büro gegründet. 1976 wechselte er für einen Lehrauftrag nach Hannover, um sich zuletzt ab 1991 wieder in führenden bayerischen Architekturgremien zu engagieren. Doch das Justizzentrum soll im Frühjahr 2026 an einem neuen Standort am Leopoldplatz einen Neubau beziehen. Was mit dem Bestandsbau geschehen soll, wird vom Eigentümer, dem Freistaat Bayern, geprüft – ein Abriss ist nicht ausgeschlossen.
Nach drei Jahren Phase 1 (Öffentlichkeit Schaffen) will die Initiative JustizzentrumErhalten nun in die nächste Verhandlungsphase eintreten. Seit der Verkaufsankündigung im August 2025 wird öffentlich verstärkt debattiert, wie es mit dem frei werdenden Gebäude weitergehen soll. Am 25. Februar 2026 eröffnet die Initiative mit einer Veranstaltung daher Phase 2: Gemeinschaftlich Entwickeln. Gesucht werden Mitwirkende, die in einen gemeinsamen Prozess zur kooperativen Entwicklung des Gebäudes einsteigen möchten. Die Möglichkeiten reichen von Wohnen, Gewerbe und Handwerk über Kunst, Kultur und Bildung bis zu Soziales, Wissenschaft und Forschung. Dieser Akteursworkshop am 25. Februar 2026 versteht sich gezielt als offene Veranstaltung, die in die Black Box im Fat Cat stattfinden wird. Gemeinsam sollen die Teilnehmenden an konkreten Trägermodellen, Finanzierungsmodellen und Nutzungskonzepten für die Transformation des Strafjustizzentrums arbeiten. Ziel ist es, Land und Stadt konkrete Pläne vorzulegen und Angebote zu unterbreiten. (kb, 17.2.26)

München, Justizzentrum (Bild: F. Bielmeier, 2023)
