Nürnberg-Erlenstegen, Shell vor 2016 (Bild: Matthas Süß, CC BY-SA 4.0)

Caltex-Comeback

Nein, der Markenname Caltex kommt nicht zurück – der ist in Deutschland bereits seit 1969 nicht mehr gebräuchlich. Doch eine der wenigen erhaltenen Typen-Tankstellen hat vor einigen Tagen den Betrieb wieder aufgenommen: Anfang 2015 schloss die Shell-Station im Stadtteil Erlenstegen die Pforten. Sie residierte in ebenjenem 1958 fertiggestellten, denkmalgeschützten früheren Caltex-Bau – damals in ganz Bayern der letzte seiner Art, der noch immer in Nutzung war. Die mangelnde Nachfrage bewog den Shell-Konzern, den Benzinverkauf hier einzustellen. Doch nun hat das Wirtschftswunder-Relikt wieder geöffnet: als Automatenkankstelle und befreit vom wuchtigen Werbebanner rund ums filigrane Flugdach.

Gebaut wurden die Caltex-Tankstellen ab 1956 Entwürfen des Frankfurter Architekten Willy H. Weisensee, der drei unterschiedlich große Typbauten schuf. Schon Anfang der 1960er Jahre griff der Konzern bei neu zu errichtenden Stationen auf konventionelle Architektur zurück, die (in der Rückschau) identitätsstiftenden Corporate-Identity-Tankstellen mit dem schwungvollen Dach blieben ein kurzes Kapitel der Firmengeschichte. Ab 1969 prangte statt des Caltex-Sterns dann das Chevron-Wappen an den Gebäuden. Und auch Chevron-Kraftstoffe sind hierzulande schon lange vom Markt verschwunden. Umso überraschender – und erfreulicher – dass eine solch kleine Tankstelle die Jahrzehnte weitgehend unbeschadet überstanden hat … (db, 11.2.20)

Nürnberg-Erlenstegen, Shell vor 2016 (Bild: Matthias Süß, CC BY-SA 4.0)