Casablanca Chandigarh

Casablance Candighar (Bild: The University of Chicago Press)
Casablanca Chandigarh (Bild: The University of Chicago Press)

Mit dem Zweiten Weltkrieg endete für viele Länder zugleich der – auch architektonische – Kolonialismus. Vor diesem Hintergrund stellt die Publikation „Casablanca Chandigarh. A Report on Modernization“ zwei zeitgenössische Städte einander gegenüber: Die indische Metropole Chandigarh planten etablierte westliche Architekturgrößen wie LeCorbusier am Reißbrett. Die gewachsene nordafrikanische Hafenstadt Casablanca hingegen führte ein junges Team französischer und marokkanischer Architekten in die Nachkriegsmoderne.

Mit ihrem Buch schärfen die Autoren – Tom Avermaete von der Universität Delft und Maristella Casciato vom Canadian Centre for Architecture in Montreal – den Blick für die nachkriegsmoderne Stadtentwicklung jenseits westlicher Vorherrschaft. Sie untersuchen den Wohnraum ebenso wie den öffentlichen Raum, das Arbeits- ebenso wie das Alltagsleben. Damit wird Städtebau verständlich als kollektive Arbeit, als Abstimmung zwischen vielen unterschiedlichen Akteuren. Die Publikation bündelt die Ergebnisse einer Ausstellung, die zum Jahreswechsel 2013/14 im Canadian Center for Architecture in Montreal zu sehen war. (kgb, 4.8.14)

Tom Avermaete/Maristella Casciato, Casablanca Chandigarh. A Report on Modernization, The University of Chicago Press, rund 400 Abbildungen (teils farbig), 392 Seiten, ISBN: 978-3906027364.