Hollein im Wiener MAK

Vielschichtig: Das Werk von Hans Hollein (Foto: Peter Kainz; MAK)
Vielschichtig: das Werk von Hans Hollein (Bild: Peter Kainz/MAK)

„Architekten müssen aufhören, nur in Bauwerken zu denken“ – mit diesem Slogan machte der kürzlich verstorbene Hans Hollein (1934-2014) von sich reden. Und er hielt sich selbst daran: Der Pionier der Postmoderne beeindruckte nicht nur mit seinen Bauten, sondern fand auch als Designer, Kurator und Vordenker eines neuen architektonischen Ausdrucks international Beachtung.

Das Museum für angewandte Kunst in Wien widmet dem bisher einzigen österreichischen Pritzker-Preisträger nun eine umfassende Ausstellung. Sie wirft einen Blick auf Holleins Lebenswerk und trägt dabei seinem künstlerischen Selbstverständnis Rechnung. Die Schau trägt den schlichten Titel „Hollein“ und stellt seine Bauwerke bisher noch nie gezeigtem Material aus dem Archiv gegenüber. In dem Konglomerat aus Zeichnungen, Notizen und Modellen wird Holleins lebenslange Auseinandersetzung mit Gestaltung dies- und jenseits der Architektur deutlich. Die Ausstellung ist noch bis zum 5. Oktober 2014 zu sehen und wurde in Zusammenarbeit mit dem Museum Abteiberg Mönchengladbach konzipiert, das momentan die Ausstellung: Hans Hollein: Alles ist Architektur zeigt. (jr, 30.6.14)

Gestern die Stadt von morgen

Videoprojektion "gestern die stadt von morgen" von Nico Joana Weber (Bild: N. J. Weber
Die Videoproduktion „gestern die stadt von morgen“ von Nico Joana Weber (Bild: N. J. Weber)

Drei Orte, sechs Künstler und eine Frage: Wie leben wir heute mit den baulichen Utopien der 1960er und 1970er Jahre? Die Urbanen Künste Ruhr und das Netzwerk RuhrKunstMuseen finden hierauf bis zum 7. September 2014 eine ganz eigene Antwort. Gerade im Ruhrgebiet ist für die Ausstellungsmacher der Kontrast allgegenwärtig: die optimistische Geste moderner Betonarchitektur auf der einen, der Niedergang der Montanindustrie auf der anderen Seite.

Herausgegriffen werden drei schlagkräftige Beispiele modernen Bauens: das Rathaus von Marl (J. H. van den Broek/J. B. Bakema, 1967), das Forum (City Center) Mülheim (H. H. Lautz, 1974) und die Ruhr-Universität Bochum (Büro HPP, 1963-84). Mit diesen besonderen Orten setzen sich zeitgenössische Künstler durch Interventionen, Installationen, Ausstellungen oder Gesprächsrunden auseinander. Über die öffentlichen Führungen hinaus ermöglicht ein Booklet zum kostenfreien Download, die Stationen auf eigenen Faust zu erkunden. Und zu guter Letzt lädt das Skulpturenmuseum Marl am 7. September 2014 zur Finissage ein. (kgb, 27.6.14)

Das Lehmbruck-Museum wird 50

Duisburg, Lehmbruck-Museum, Lehmbruck-Trakt, 1964 (Bild: Lehmbruck-Museum)
1964 wurde das Duisburger Lehmbruck-Museum – hier der Lehmbruck-Trakt – eingeweiht (Bild: Lehmbruck-Museum)

Der Sohn hat es eigens für die Plastiken seines Vaters entworfen. Im Jahr 1964 wurde in Duisburg das Museum eingeweiht, das der Architekt Manfred Lehmbruck (1913-92) für das Werk des Bildhauers Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) gestaltet hatte. Ganz im Sinn des Internationalen Stils verband der hochmoderne Komplex die helle Große Glashalle und den in die Erde eingegrabenen Lehmbruck-Trakt mit gewölbten Betonwänden. Im Jahr 1987 erweiterte man das Lehmbruck-Museum schließlich um einen Anbau.

Zum 50-jährigen Jubiläum des Museums wurde nun die ursprüngliche Aufstellung der Lehmbruck-Plastiken wiederhergestellt und um neue Impulse bereichert. Unter dem Titel „Sculpture 21st“ ergänzen zeitgenössische Künstler wie Tino Sehgal, Monika Sosnowska oder Erwin Wurm die Präsentation. Im unteren Bereich des Lehmbruck-Trakts wird zudem eine Dokumentation der Museumsgeschichte gezeigt. Und nicht zuletzt inszenierte das raumlabor berlin weitere Artefakte des 20. Jahrhunderts – von Hans Arp bis zu Pablo Picasso – unter dem Titel „Geister der Moderne“. (kgb, 22.6.14)