Das moderne Charlottenburg

Das moderne Charlottenburg

Berlin-Charlottenburg, Verkehrskanzel (Bild: M. Hacke)
In Berlin-Charlottenburg wacht die moderne Verkehrskanzel bis heute über die Ecke Joachimstalerstraße/Kurfürstendamm (Bild: M. Hacke)

Gedächtniskirche, Kongresszentrum, Corbusierhaus – die Liste berühmter Bauten der Nachkriegszeit in Berlin-Charlottenburg ist lang. Bis zum 31. August 2014 zeigt das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf daher in der Villa Oppenheim mit der Ausstellung „Nachkriegsmoderne“ Fotografien der noch erhaltenen und bereits verlorenen Baukunstwerke im zentralen Stadtteil. Nach 1945 präsentierte sich West-Berlin fortschrittlich – und moderne Architektur wurde zum Zeichen des von den Alliierten geförderten Wiederaufbaus.

Bedeutende Kulturbauten wie die Deutsche Oper oder der Konzertsaal der Universität der Künste werden in der Ausstellung ebenso thematisiert, wie Büro-Geschäftshäuser vom Breitscheidplatz bis zum 1953 umbenannten Ernst-Reuter-Platz. Kaum ein Bau verkörperte dabei das Neue Wohnen so aussagekräftig wie das Corbusierhaus von 1957/58. Heute, 25 Jahre nach Mauerfall, sind einige dieser Baukunstwerke bereits getilgt oder ersetzt, darunter das Schimmelpfeng-Haus der Architekten Franz-Heinrich Sobotka und Gustav Müller von 1960. Begleitend zur Ausstellung werden Stadtrundgänge und ein umfassender Architekturführer zur Nachkriegsmoderne angeboten. Am Tag des offenen Denkmals, dem 14. September 2014, kann man – nach telefonischer Vornameldung (030/902924106) – um 11 Uhr an einer Führung durch die Kuratorin Mila Hacke teilnehmen. (kb, 11.5./8.9.14)

Ägyptenrezeption in der Moderne

Ägyptenrezeption in der Moderne

^Max Slevogt, Seeräuber, 1914, Öl auf Leinwand, Staatliche Sammlungen Dresden, Galerie Neue Meister
Max Slevogt hielt mit dem Gemälde „Seeräuber“ 1914 ein Motiv seiner Ägyptenreise fest (Bild: Staatliche Kunstsammlungen Dresden)

Es waren die fremden Farben, Klänge und Gerüche Ägyptens, die deutsche Künstler im frühen 20. Jahrhundert nachhaltig beeindruckten und beeinflussten. Im Rahmen der aktuellen Dresdener Ausstellung „Nach Ägypten! Die Reisen von Max Slevogt und Paul Klee“ findet vom 22. auf den 23. Mai 2014 im dortigen Residenzschloss das Kolloquium „Imagination und Anschauung“ statt. Die beiden Veranstalter – die Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Technische Universität Dresden – widmen sich dem Thema der Ägyptenreisen und -rezeption in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Im Jahr 1914 reiste der Impressionist Max Slevogt (1868-1932) nach Ägypten, von 1928 bis 1929 zog es den Bauhauskünstler Paul Klee (1879-1940) in den Orient. Beide verarbeiteten ihre Eindrücke nicht nur direkt vor Ort, sondern auch noch Jahre später in ihrem Werk. Das Dresdener Symposion blickt über den Einfluss des Orients auf die moderne Malerei hinaus. Verschiedene Vorträge umreißen ebenso, wie Ägypten im frühen 20. Jahrhundert von der Archäologie, Werbung, Bildhauerei und Dichtung aufgenommen wurde. Begleitend zur Ausstellung der Galerie Neue Meister, noch bis zum 3. August 2014 im Dresdener Albertinum zu bewundern, sind im Sandstein-Verlag gleich zwei reich bebilderte Kataloge erschienen – zu jedem Maler ein eigener.

Sitzen – Liegen – Schaukeln

Sitzen – Liegen – Schaukeln

Sitzen - Liegen - Schaukeln (Bild: Grassi-Museum Leipzig)
Sitzen – Liegen – Schaukeln (Bild: Grassi-Museum Leipzig)

Ihr Kaffeehaustuhl Nr. 14 wurde legendär – der Möbel-Firma Thonet widmet das Leipziger Grassi-Museum bis zum 19. September 2014 die Ausstellung „Sitzen – Liegen – Schaukeln“. Gegründet 1819, wurde Thonet bekannt für klare gebogene Holzmöbel. In den 1930er Jahren kamen Stahlrohrdesigns hinzu, in den 1950er Jahren beschäftigt man große internationale Gestalter wie Verner Panton oder Norman Foster. Die Leipziger Ausstellung zeigt über 100 (Sitz-)Möbelstücke, vom berühmten Kaffeehausstuhl bis heute. Begleitend ist ein reich bebilderter Katalog erschienen.