100 Jahre Siegfried Kraft

Zum 100. Geburtstag widmet die Familie ihm eine Kabinettausstellung: „siegfried kraft – gebrauchsgrafik“ ist vom 28. März bis zum 30. April 2020 im Haus Dacheröden in Erfurt (Anger 37, 99084 Erfurt) zu sehen. Der 2013 verstorbene Künstler hat das Erscheinungsbild der thüringischen Landeshauptstadt entscheidend geprägt – er schuf die Erkennungszeichen von Unternehmen, Institutionen und Kirchen zu DDR-Zeiten. Neben Elementen der Schrift bediente er sich auch der Mittel der Fotografie. Und als Autor hat er nicht zuletzt mit dem Buch „Die Schutzmarke“ Grundlegendes auf den Punkt gebracht.

Das umfangreiche Werk von Siegfried Kraft wurde und wird vielfach ausgestellt. In Erfurt soll er im Rahmen des BUGAjahrs 2021 im Stadtmuseum noch umfassend gewürdigt werden. Zu seinem 100. Geburtstag bietet sich nun die Chance, in einem fast intimen Rahmen auch die leiseren Töne seines grafischen Werks kennenzulernen. Die Ausstellung wird am 28. März 2020 um 11 Uhr eröffnet. (kb, 12.3.20)

Plakat der IGA 66 (Bild: historische Grafik)

Würzburg 1920-2020

Hundert Jahre auf elf Tischen: Im „Spitäle“ Würzburg (Zeller Straße 1/an der Alten Mainbrücke, 97082 Würzburg) zeigt die Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens (VKU) noch bis 15. März die Ausstellung „Architektur.Zeichnung – Pläne und Entwürfe Würzburger Häuser von 1920-2020“. Zu sehen sind Baupläne und Entwurfszeichnungen etlicher bekannter Bauten der Stadt. Unter ihnen sind Notkirchen von Otto Bartning, der Wiederaufbau der Kirche St. Johannis von Reinhard Riemerschmid, der Hoffnungskirche von Gerhard Grellmann aus den 1960er-Jahren und auch neohistorische Projekte Alexander von Brancas mit dem Hertie-Kaufhaus aus den 1970ern und der 2001 vollendeten Gethsemanekirche. Ebenso zu sehen: Die Planungen zu Zaha Hadids fürs Fraunhofer Institut für Silikatforschung (2013) bis hin zu Beispielen der City-Nachverdichtung aus jüngster Zeit.

Diese gebauten Projekte werden ergänzt von zwei studentischen Arbeiten aus den 1970er und 2020er-Jahren. Die Schau möchte die Pläne für sich sprechen lassen, ein Beiheft bietet parallel die für die historische Einordnung notwendigen Daten. Die Trennung soll eine Fokussierung auf Machart, Material und Haptik ermöglichen. Dokumentiert der Zeitraum von 100 Jahren doch nicht nur Änderungen der Baustile, der Bauaufgaben und architektonischer Leitbilder, sondern auch den Übergang von Handzeichnung zu Computeranimation. Und so wird die Schau auch zum Beleg der fortschreitenden Digitalisierung des Architekturberufs. (db, 8.3.20) 

Würzburg, Gethsemanekirche (Bild: Martin Schall)

Form Funktion Follower

Noch bis zum 30. März 2020 können Moderinsten in Köln ihre Illusionen über die Architektur des vergangenen Jahrhunderts pflegen: Im LVR-Landeshaus in Köln-Deutz (Kennedy-Ufer 2 50679 Köln) werden die Arbeiten des Bonner Künstlers Tobias Stutz ausgestellt. Unter dem Motto „Form Funktion Follower“ setzt er sich mit den Gestaltungsformen von Bauhaus und International Style auseinander.

1983 in Filderstadt geboren, studierte Stutz nicht nur Malerei, sondern absolvierte auch verschiedene Praktika im Kulissenbau und in der Bühnenbildnerei. Vor diesem Hintergrund inszeniert er nun die strenge Form der Architekturmoderne in dreidimensionalen Aufbauten als Kulisse ihrer selbst. In der Kölner Ausstellung stellt er zudem die Frage nach der Funktion und sammelt Social-Media-Follower – frei nach dem Leitspruch der Architekturikonen: „form follows function“. Kurzentschlossene können sich heute (7. März 2020) um 12 Uhr bei der Matinee im LVR-Landeshaus selbst ein Bild machen. (kb, 7.3.20)

Tobias Stutz, Boulevard of Edward’s dreams, 2019 (Bild: via tobiasstutz.de)