FA St. Augustin bleibt – irgendwie

Seit Jahren wurde über die Zukunft des 1973 errichteten Finanzamts St. Augustin diskutiert. Zuletzt standen die Zeichen für den sanierungsbedürftigen Bau auf Abriss. Dieser ist nun doch vom Tisch, stattdessen ist endgültig die umfassende Sanierung ins Auge gefasst. Aus diesem Grund mietet der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes für zwei Jahre ein Ersatzgebäude in Siegburg an, wie die Oberfinanzdirektion NRW mitteilte. Zu Kosten und Umfang der anstehenden Arbeiten gibt es bislang eher vage Informationen: „Die erforderlichen Planungen sind noch nicht abgeschlossen. Aus diesem Grund können zu diesem Zeitpunkt noch keine belastbaren Kosten genannt werden“, lautete die schriftliche Antwort auf eine Anfrage der Kölnischen Rundschau.

Einzelne Abteilungen sollen während des Umbaus ausgelagert werden, andere verbleiben in Sankt Augustin. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich im zweiten Quartal 2019, Fertigstellung soll im ersten Quartal 2021 sein. Das Ergebnis der anstehenden Sanierung freilich möchte man sich jetzt schon nicht so gerne ansehen geschweige denn vorstellen: Vorgabe der Stadt war es, die markante Beton-Balkonfassade zu entfernen. Den Wettbewerbszuschlag erhielt bereits 2014 die SSP AG (Bochum). Den – zugegebenermaßen weitgehend von der Stadt vorgegebenen – Entwurf darf man „aalglatt“ nennen … (db, 11.10.18)

Sankt Augustin, Finanzamt (Bild: Stadt St. Augustin)

Weißenfels: Stadt kauft das Gloria

Da sind wir anhänglich: Der ehemalige Filmpalast Gloria im Weißenfels begleitet moderneREGIONAL seit 2014, seit dem ersten Themenheft. Damals wurde der seit Jahren geschlossene Raum erstmals wieder für Fotos geöffnet. Das Baudenkmal stammt aus dem Jahr 1928, als der Architekt Carl Fugmann in Bahnhofsnähe ein konstruktiv wie gestalterisch modernes Kino errichtete. Den Zweiten Weltkrieg überstand der Bau fast unbeschadet, in der DDR blieb er Kino und wurde nach der Wende von der UFA weiterbetrieben. 1998 stillgelegt, scheiterte auch das Nutzungsvorhaben „Tanzpalast“.

Seit 2014 geht es langsam wieder aufwärts: Ein Notdach schützt vor weiterem Verfall, Nutzungslösungen wie eine Bibliothek werden zumindest diskutiert, ein Filmprojekt brachte den Bau virtuell zum Katholikentag! Nun scheint es einen kleinen, aber wesentlichen Schritt weiter zu gehen auf dem Weg hin zur Rettung des Gloria. Wie die Mitteldeutsche Zeitung gestern berichtete, steht die Stadt kurz davor, den lange als herrenlos geltenden Bau zu erwerben. Die Rede ist von 18.000 Euro Kaufpreis. Wenn der Handel notariell über die Bühne ist, könnten noch in diesem Jahr die Gelder von Bund und Land für eine Dachsanierung fließen. Bliebe die Frage, wer den einstigen Filmpalast künftig nutzen soll. Aber, s. o., ein Schritt nach dem anderen … (kb, 10.10.18)

Weißenfels, Gloria (Bild: Francesca Richter, Weißenfels)

Oberursel: 1,7 Millionen für Schwarz-Kirche

Erst jüngst gab es schlechte Nachrichten für zwei von Rudolf Schwarz entworfene Kirchen: Heilige Familie in Oberhausen könnte die caritative Nutzung verlieren, St. Albert in Andernach ist geschlossen und steht zum Verkauf. Erfreulicher sieht es für die Liebfrauenkirche in Oberursel bei Frankfurt am Main aus. Rudolf Schwarz (1897-1961) und Maria Schwarz (1921-2018) gestalteten den 1967 geweihten Bau – nach dem Vorbild der Trierer Liebfrauenkirche – auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes, in dessen Winkeln Konchen eingebracht sind. (Wer mag, kann darin eine auf die Namenspatronin verweisende Rose sehen.)

Bereits 1965 wurde die Kirche „vom Hessischen Staat als vorbildliche Leistung ausgezeichnet“. Seit gut 50 Jahren genießt die Liebfrauenkirche in Fachkreisen große Anerkennung. Inzwischen gehört sie als eine von neun Kirchen zur Gemeinde St. Ursula – Katholische Kirche in Oberursel und Steinbach. Aktuell wird der denkmalgeschützte Bau für insgesamt 1,7 Millionen Euro saniert. In den vergangenen Jahren waren das Dach, der Beton, der das Backsteinmauerwerk einfasst, und die vom österreichischen Künstler Giselbert Hoke gestaltete Verglasung renovierungsbedürftig geworden. Bis zum Herbst 2019 sollen alle Arbeiten in zwei Phasen abgeschlossen sein. Den Löwenanteil von 90 Prozent der Sanierungskosten trägt das Bistum Limburg.(kb, 9.10.18)

Oberursel, Liebfrauenkirche (Bild: KuA-Concult)