Münsters modernes Theater

Münsters modernes Theater

Muenster Stadtheater (Bild: Rüdiger Wölk, CC-BY-SA 3.0)
Münsters Stadtheater war der erste Theaterneubau der Bundesrepublik (Bild: Rüdiger Wölk, CC BY SA 3.0)

In Münster feiert derzeit der erste Theaterneubau der Bundesrepublik seinen 60. Geburtstag. 1954 begannen die Bauarbeiten in der Voßgasse, die ein modernes Bauwerk nach Plänen eines jungen Architektenteams vorsahen. Nachdem sich der Wiederaufbau der stark zerstörten Stadt in den ersten Nachkriegsjahren auf die Rekonstruktion historischer Bauten konzentriert hatte, entschied man sich mit dem Neubau für einen modernen Konterpunkt. Im Februar 1956 wurde das Haus mit Mozarts Zauberflöte eröffnet.

Das moderne Theater wurde auf den Trümmern eines im Zweiten Weltkrieg zerstörten Vorgängerbaus errichtet. Es entstand als Gemeinschaftsprojekt der Architekten Harald Deilmann, Max von Hausen, Ortwin Rave und Werner Ruhnau. Bei den Münsteranern sorgte der elegante Bau für Aufsehen. Das auskragende Foyer verlieh dem Zentrum der Stadt eine ungewohnte Mondänität, der Innenraum ist mit seiner Vielzahl an von der Decke hängenden Leuchten bis heute einmalig. In den 1970er Jahren wurde das Theater um einen Sichtbeton-Annexbau erweitert. (jr, 5.3.16)

Rettet die Robotron-Fenster

Rettet die Robotron-Fenster

Dresden, Robotron (Bild: Martin Maleschka)
Eventuell bleibt die gewaltige Bleiverglasung des Dresdener Robotron-Gebäudes (1969-72) erhalten (Bild: Martin Maleschka)

Das Netzwerk ostmodern ruft den Investor des Dresdener Robotron-Areals dazu auf, künstlerisch wertvolle Bleiglasfenster vor der Zerstörung zu bewahren. Sie befinden sich im Komplex „Atrium I“ – jenem Gebäude, das gerade zugunsten einer Wohnanlage abgerissen wird. Bei diesem Bau der einstigen DDR-Microchipschmiede wurde großer Wert auf die Gestaltung gelegt – erkennbar etwa an den Fassadenteilen aus Meissner Keramik oder den Giebelwänden aus Formsteinen der Dresdner Künstler Karl-Heinz Adler und Friedrich Kracht. Das größte Stück Baukunst ist das Bleiglas-Mosaik im Treppenhaus. Den Entwurf lieferte der leitende Architekt des Gesamtkomplexes, Axel Magdeburg, ausgeführt wurde es durch die Künstler Günter Gera und Gerhard Papstein.

Ostmodern richtet sich nun an die Tochtergesellschaft der Immovation-Unternehmensgruppe, sich um den Erhalt dieser Zeugnisse des DDR-Bauens verdient zu machen. Zitat: „Wir appellieren, diese Werke nicht shreddern zu lassen, sondern sorgfältig zu demontieren und in der zukünftigen Bebauung in würdiger Form wieder sichtbar zu machen. Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass so etwas technologisch möglich ist. […] könnte das Unternehmen der Dresdner Bevölkerung damit auch ein herausragendes Gastgeschenk stiften!“ Das sieht moderneREGIONAL genau so, und deshalb hoffen wir das Beste – die Bauherren lassen Bereitschaft erkennen! (db, 4.3.16)

Penthesilea wurde geraubt

Penthesilea wurde geraubt

Kleist-Museum Ralf Lotus CC-BY-3.0
Das Kleist-Museum mit drei verbleibenden Skulpturen von Wieland Förster (Bild: Ralf Lotus, CC BY 3.0)

Eine Serie von Kunstrauben erschüttert Brandenburg: Diebe entwenden Bronzeskulpturen. Nicht für den illegalen Kunstmarkt, sondern wegen des wertvollen Metalls. Schon vor Kurzem verschwand eine Bronzebüste Werner Seelenbinders, dann die Bronzeplatten am Kleistdenkmal und weitere Bronzeskulpturen.

Nun rissen Diebe die Plastik „Penthesilea I“ von Wieland Förster vom Sockel, warfen sie über den Zaun und brachten sie fort, wahrscheinlich um sie einzuschmelzen. Der Künstler soll sehr betroffen reagiert haben. Erst vor drei Jahren wurde seine „Große Badende“ vom Oderufer entwendet. Das eherne Gesetz der Amazonen forderte, dass die Kriegerinnen die Väter ihrer Kinder im Zweikampf besiegen und rauben sollten. Königin Penthesilea verliebte sich in den Helden Achilles, doch im wilden Kampf tötete sie den Geliebten. Das Drama von Kleist setzte Wieland Förster in den 80er Jahren in vier Bronzeplastiken um. Drei von ihnen stehen vor dem Kleist-Museum in Frankfurt an der Oder, die vierte stand dahinter. Sie ist nun wohl für immer verloren, denn die Gipsform ist nicht mehr vorhanden. (ps, 1.3.16)