Der Ginnheimer Spargel bleibt zu

Der Ginnheimer Spargel bleibt zu

Seit 16 Jahren dicht: Der Frankfurter Europaturm (Bild: Mylius, CC BY-SA 4.0)
Seit 16 Jahren dicht: der Frankfurter Europaturm (Bild: Mylius, CC BY-SA 4.0)

Fernsehtürme üben auf viele Menschen einen besonderen Reiz aus: Verfügt eine Stadt über einen der schlanken Riesen, gilt sie als Metropole. Und in der (laut Volksmund) kleinsten Metropole der Welt, Frankfurt am Main, steht immerhin der zweithöchste Fernsehturm Deutschlands: Der 337,5 Meter hohe Europaturm. Bekannter als „Ginnheimer Spargel“ – obwohl er nicht im Stadttteil Ginnheim, sondern in Bockenheim steht. Eigentlich hätte der 1979 eingeweihte Riese das Zeug zum Touristenmagneten, doch seit 16 Jahren ist er nicht mehr öffentlich zugänglich. 1999 schloss die Diskothek „Skytower“ aus Brandschutzgründen die Pforten, der Turm ist seither ein reines Funktionsgebäude.

Daran wird sich laut des Eigentümers, der Telekom, nichts ändern. Pressesprecher André Hofmann sagte der Frankfurter Rundschau, dass ein Millionenbetrag investiert werden müsse, um die geltenden Auflagen zu erfüllen. Dies plane man derzeit nicht. Werde aber ein Investor mit einem tragfähigen Konzept vorstellig, sei man gerne bereit, das Gebäude wieder zu öffnen. Die Bauarbeiten für den Frankfurter Turm begannen 1974. Verantwortliche Architekten waren Johannes Möhrle, Erwin Heinle und Peter Metzger. Das Kanzel-Geschoss in 218 Metern Höhe beherbergte von Anfang an ein Restaurant, und damit säße man heute 20 Meter höher als im Berliner Fernsehturm: Die Hauptstadt hat nur aufgrund der höheren Antenne den Längsten … (db, 6.10.15)

Herten: Kaufhaus wird Kulturhaus?

Herten: Kaufhaus wird Kulturhaus?

Herten, ehemaliger Woolworth (Bild: HER10, Blog Kreativ.Quartier Herten)
Von der Kaufhalle zum Kunstraum, zumindest vorübergehend: der ehemalige Woolworth in Herten (Bild: HER10, Blog Kreativ.Quartier Herten)

Die Hertener nennen ihn liebevoll „Wolli“: Nun stehen die Räume des ehemaligen Kaufhauses Woolworth in der Fußgängerzone Ewaldstraße leer. Von Abriss des 1970er-Jahre Bauwerks ist die Rede, alles zugunsten eines Umbaus der südlichen Innenstadt. Doch während der Hertener Sommerakademie in diesem Jahr fanden sich hier zwei Wochen lang rund 30 Studenten aus Deutschland, Belgien, Holland oder Chile mit Hertener Akteuren an Kunst- und Kulturprojekten zusammen.

Seit Anfang September können nun Kunst- und Kulturschaffende das Gebäude als Zwischennutzer für ihre Projekte mieten. Dafür erhebt die Stadt Herten als Eigentümerin der Immobilie keine Gebühren oder Miete – sie bittet nur darum, die Räume nach der Benutzung zu reinigen. Für die kommenden Wochen und Monaten haben sich unter anderem bereits eine Ausstellung gegen rechte Gewalt oder eine bildende Künstlerin angemeldet. Falls eine neue, dauerhafte Nutzung gefunden wird, könnte – so hofft die Initiative Kreativ.Quartier Herten – ein Abriss vermieden werden. Bis zu dieser Entscheidung können sich an einer Zwischennutzung Interessierte bei der Stadt Herten melden, um ihr Projekt kurz vorzustellen und Termine abzusprechen: Claudia Heinrichs, 02366/303300, c.heinrichs@herten.de. (kb, 3.10.15)

Die große feierliche Dumbo-Eröffnung

Die große feierliche Dumbo-Eröffnung

Neubrandenburg-Ost, Spielplatz, 1974 (Bild: Bundesarchiv Bild 183-N0606-0313, CC BY SA 3.0.de, Foto: Benno Bartocha)
Die Rüsselrutsche: 1974 auf einem Spielplatz in Neubrandenburg-Ost (Bild: Bundesarchiv Bild 183-N0606-0313, CC BY SA 3.0.de, Foto: Benno Bartocha)

Dumbo ist wieder da: Um 1970 gab es in Neubrandenburg viele der grauen Betonriesen. Entworfen von der „Produktionsgenossenschaft Kunst am Bau“, dienten sie als Rutschen auf so manchem Spielplatz. Aus einzelnen vorgefertigten Betonelementen setzte sie die „PGH Grünanlagen- und Sportplatzbau Neubrandenburg“ dann jeweils vor Ort zusammen.

Nur noch wenige der Rüsselrutschen haben es unbeschadet bis in die Nachwendezeit geschafft. Um einen demontierten – ursprünglich im Hof der Curiestraße aufgestellten – Dickhäuter zu retten, fanden sich 2014 engagierte Neubrandenburger zusammen. Inzwischen hat es die Gemeinschaft mit eigenem Facebookauftritt und vielen lokalen Unterstützern geschafft, dieses Zeugnis ostmoderner Alltagskultur wiederherzurichten und im Neubrandenburger Kulturpark aufzustellen. Das muss gefeiert werden: Am Montag, den 5. Oktober sind alle großen und kleinen Rutschbegeisterten zur Einweihung um 14:30 Uhr in den Kulturpark eingeladen. (kb, 29.9.15)