Wolfsburg: Scharoun-Bau saniert

In Wolfsburg werden diesertage die Sanierungsarbeiten am städtischen Theater fristgerecht abgeschlossen. Im Juni 2014 hatte das  Büro Brenne Architekten mit einer umfassenden Sanierung begonnen, nun wurde der Schlüssel feierlich an den Intendanten übergeben. Am 24. Januar 2016 soll das Theater dann mit einem Festakt offiziell wieder eröffnet werden. Es ist einer der letzten Bauten Hans Scharouns. Seine Eröffnung im Jahre 1973 erlebte der Architekt nicht mehr.

Nicht nur beim Zeitplan hielten sich die Sanierer an die Vorgaben. So kostete die Maßnahme die Stadt 32 Millionen Euro und liegt damit immer noch nah von den geschätzten Kosten von 30 Millionen. Im Zuge der Arbeiten wurde die Bühnentechnik modernisiert, ansonsten aber ein Zustand angestebt, der dem des Eröffnungsjahres 1973 entspricht. Als besonders aufwendig erwies sich die Sanierung der Wandverkleidung aus Eschenholzfurnier. Sie wurde behutsam von den insgeamt 1500 Quadratmetern Wandfläche abgenommen und nach der Sanierung wieder angebracht. (jr, 16.12.15)

Wird im Januar feierlich wiedereröffnet: das Theater in Wolfsburg (Bild: Vanellus Foto, CC BY SA 3.0)

Save(d) Lars

moderneREGIONAL informiert über die Erhaltung und Restaurierung nachkriegsmoderner Betonbauten. Weltweit. Und da ist die Filmpremiere eines Low-Budget-No-Name-Science-Fiction ein willkommener Anlass, um über ein Vorzeigeprojekt in der tunesischen Wüste zu berichten. 2001 reiste Mark zum ersten Mal auf Spuren der Star-Wars-Filme durch Tunesien, wo in historischen organoiden Lehmbauten und frei ergänzten Kulissen viele prägende Szenen entstanden waren.

In den folgenden Jahren sah er sich in der Rolle des Fan-Tourguides wieder. Also organisierte er Rundreisen und schrieb ein Buch. Und als er am ikonischen Filmiglu “Lars Homestead” zunehmende Schäden bemerkte, reifte der Plan für eine Rettungsaktion. Man fand sich als Gruppe zusammen, sammelte Geld und verkaufte Merchandising, bis schließlich 2011 bis 2012 die Restaurierung mit höchstoffizieller tunesischer Genehmigung starten konnte. Streng genommen unternahmen Mark Dermul, Mark Cox, Terry Cooper, Robert Cunningham, Imanuel Dijk und Michel Verpoorten eine Rekonstruktion mit viel Holz, Gips, Zement und Filmglitter. Aber, die Macht war mit ihnen – und ein Coffeetablebook über ihre Abenteuer ist schon in Vorbereitung. (kb, 15.12.15)

Extraterrestrische Denkmalpflege: Restaurierung von “Lars Homestead” in der tunesischen Wüste (Bild: Save Lars)

Birmingham: Der Abriss hat begonnen

Knapp vor Weihnachten gibt es schlechte Nachrichten aus Good old Britain: In Brimingham hat der Abriss der Central Library gerade begonnen. Errichtet nach Entwürfen des Architekten John Madin, war das brutalistische Baukunstwerk 1974 Teil des ehrgeizigen Vorhabens, der Stadt eine neue kommunale und damit auch soziale Mitte zu verpassen. So wurde die Central Library zu ihrer Zeit die größte nicht nationale Bibliothek Europas. Auch wenn in Birmingham einige der von Madin geplanten Details aus Kostengründen nicht mehr umgesetzt werden konnten, bestach der Bau bis vor Kurzem noch durch seine außergewöhnliche geometrische Großform.

Die Central Library galt Fachleuten als eines der wegweisenden Baukunstwerke des englischen Brutalismus – und als Zeugnis einer sozialen Aufbruchsstimmung. Vor diesem Hintergrund unternahm die Organisation English Heritage schon zwei Anläufe, die Central Library auf die Liste erhaltenswerter Bauten zu setzen. Zweimal scheiterte sie am Widerstand der Kommune, die sogar eine “Immunität” erwirkte: Bis 2016 darf der Bau nicht gelistet werden. 2013 hatte man den Bibliotheksbetrieb bereits zugunsten eines Neubaus eingestellt, 2014 den Abriss des “Altbaus” beschossen. Noch Anfang des Monats hatte man per Online-Petition einen letzten Rettungsversuch unternommen. (kb, 14.12.15)

Vorne bleibt, hinten geht: aktuelle Aufnahme vom Abriss der Central Libary in Birmingham (Bild: The Brutalism Appreciation Society, Richard Says Hello)