Denkmal Ostmoderne

Denkmal Ostmoderne

Dieses Denkmal ist nicht mehr zu retten: Der Palast der Republik kurz vor seinem Abriss (Bild: Thomas.mies)
Dieses Denkmal ist nicht mehr zu retten: Der Palast der Republik kurz vor seinem Abriss (Bild: Thomas.mies)

„Veraltet, aber noch nicht historisch“, dieser Satz ließe sich nach Meinung mancher Zeitgenossen auf viele Bauwerke der 1960er und 1970er Jahre übertragen – und als Rechtfertigung für einen schnellen Abriss nutzen. Dies gilt in besonderem Maße für die Architektur der ehemaligen DDR, die als Repräsentant eines untergegangenen politischen Systems in doppelter Hinsicht überkommen scheint.

2011 widmete sich die Bauhaus-Universität Weimar diesem Phänomen und lotete im Rahmen eines internationalen Symposiums unter dem Titel „Denkmal Ostmoderne“ Chancen und Herausforderungen eines spezifischen „Denkmalschutz Ost“ aus. Der gleichnamige, von Mark Escherich herausgegebene Sammelband fasst die Ergebnisse in 18 Aufsätzen zusammen. Die einzelnen Beiträge fokussieren dabei sowohl Beispiele aus den neuen Bundesländern als auch aus Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion. 2014 ging die Tagung in die zweite Runde, die begleitende Ausstellung ist noch bis zum 30. August 2014 in Erfurt zu sehen. (jr, 18.8.14)

Escherich, Mark (Hg.), Denkmal Ostmoderne. Aneignung und Erhaltung des baulichen Erbes der Nachkriegsmoderne (Stadtentwicklung und Denkmalpflege 16), Jovis Verlag, Berlin 2012, 256 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 17 x 22 cm.

Hamburger Köpfe: Fritz Höger

Hamburger Köpfe: Fritz Höger

Hamburger Köpfe: Fritz Höger (Bild: Ellert & Richter Verlag)
Hamburger Köpfe: Fritz Höger (Bild: Ellert & Richter Verlag)

Das Hamburger Chilehaus wird 90. Im Jahr 1924 schenkte Fritz Höger (1877-1949) der Hansestadt ihr markantes Wahrzeichen. Wie ein Stein gewordenes Schiff ragt der Bau mit seinem spitzen Bug mitten in die Altstadt. Der Architekturhistoriker Ulrich Höhns widmet dem Meister des Backsteinexpressionismus jetzt ein ganzes Buch. In der Reihe „Hamburger Köpfe“ des Ellert & Richter Verlags entfaltet Höhns den Lebensweg und das reiche Werk des Baumeisters Fritz Höger.

Im Jahr 1907 gründete Höger sein eigenes Büro. Da ihm die akademische Ausbildung fehlte, nahm ihn der Bund Deutscher Architekten nicht auf. Höger nannte sich daraufhin schlicht „Baumeister“ und glänzte in öffentlichen wie privaten Projekten. Mit seinem Porträt zeigt Ulrich Höhns aber auch die andere Seite Högers: beruflich besessen, menschlich schwierig und politisch verstrickt in völkische Ideologien. Er sympathisierte mit den Nationalsozialisten und fand nach Kriegsende nicht mehr zu seiner alten Schaffenskraft zurück. (kb, 12.8.14)

Höhns, Ulrich, Fritz Höger (Hamburger Köpfe), Ellert & Richter Verlag, 2013, gebunden, 168 Seiten, 68 Abbildungen, 14 x 21 cm, ISBN 978-3-8319-0487-7.

Aufbruch! – Ausstellung zum Buch

„Aufbruch!“ – Ausstellung zum Buch

"Aufbruch! Architektur der fünfziger Jahre in Deutschland" (Bild: Hans Engels/Prestel-Verlag)
„Aufbruch! Architektur der fünfziger Jahre in Deutschland“ (Bild: Hans Engels/Prestel-Verlag)

In Köln gibt es reichlich davon, noch dazu gute: Architektur der 1950er Jahre. Grund genug, ihr eine eigene Ausstellung zu widmen. Mit 23 großformatigen Aufnahmen stellt der Fotograf Hans Engels bundesweite Beispiele dieses Architekturjahrzehnts vor. Im Kölner Haus der Architektur wird die Ausstellung „Aufbruch! Architektur der 1950er Jahre“ noch bis zum 30. August 2014 gezeigt. Unter den ausgewählten Bauten findet sich auch das Kölner Rheinpark-Café, das aktuell nach einem neuen Betreiber sucht. Mit der Kölner Ausstellung will die Initiative „Perle sucht Dame“ auch über das Rheinpark-Café hinaus allgemein auf den Wert der Bauten des ersten Nachkriegsjahrzehnts aufmerksam machen.

Schon in seinem gleichnamigen Buch – 2012 im Prestel-Verlag erschienen – spürt Engels der Aufbruchsstimmung der 1950er Jahre nach. Nach der Zeit des Wiederaufbaus wagte man nun, Neues zu schaffen: demokratischer Strukturen in Politik, Wirtschaft und Kultur. Mit Blick auf die Architektur dieses Jahrzehnts will Engels „die Leichtigkeit und Eleganz ihrer oft kühnen, skulptural anmutenden Konstruktionen“ einfangen. (kb, 11.8.14)

Engels, Hans, Aufbruch! Die Architektur der fünfziger Jahre in Deutschland, Prestel Verlag, 2012, 160 Seiten, 30,6 x 25 cm, ISBN 978-3791346984.