Zukunft der Vergangenheit

Zukunft der Vergangenheit

Zukunft der Vergangenheit (Bild: Kraemer-Verlag)
„Zukunft der Vergangenheit“ (Bild: Kraemer-Verlag)

Zwischen 1945 und 1979 wurde Beeindruckendes geschaffen: Zwei Generationen legten den Grundstein für einen zukunftsorientierten Wohlfahrtsstaat mit leistungsfähigen Städten – und modernen Wohnungen. Viele damals errichtete Bauten sind für uns weiterhin funktional oder baukulturell unverzichtbar. Doch müssen sie heute vielfach grundlegend erneuert werden, um ihre Aufgabe auch morgen erfüllen zu können. Wie viel Veränderung verträgt dabei die Geschichte, wie viel Zukunft hat die (gebaute) Vergangenheit?

Diesem Thema widmete die Wüstenrot Stiftung ihren 10. Gestaltungspreis. Das im Kraemer-Verlag erschienene Buch zeigt, wie dieser wertvolle Baubestand ins 21. Jahrhundert überführt werden kann. Ausfühlich werden nicht nur Arbeiten vorgestellt, die beim Wettbewerb „Zukunft der Vergangenheit“ ausgezeichnet wurden. Darüber hinaus kommen weitere vorbildliche Projekte und namhafte Autoren zu Wort: von Ursula Baus über Adrian von Buttlar bis hin zu Olaf Gisbertz. (kgb, 23.7.14)

Zukunft der Vergangenheit. Die Erneuerung von Gebäuden der Baujahre 1945 bis 1979, hg. von der Wüstenrot-Stiftung, Kraemer-Verlag, 2014, 280 Seiten, gebunden, 22,5 x 28,5 cm, ISBN 978-3-7828-1541-3.

Pedestrian Modern

Pedestrian Modern

Pedestrian Modern (Bild: University of Minnesota Press)
Pedestrian Modern (Bild: University of Minnesota Press)

Einkaufsläden und -zentren gehören so eng zu unserem Alltag, dass sie nur allzu leicht zur „Architektur zweiter Klasse“ geraten können. Doch zählten solche Räume des Handels in der Mitte des 20. Jahrhunderts nicht an den Rand, sondern zum Kern modernen Bauens. In seinem Buch „Pedestrian Modern“ arbeitet David Smiley heraus, wie sich die architektonische Inszenierung des „Shoppings“ in den USA zwischen 1925 und 1956 entwickelte.

Mit den Jahrzehnten wuchs dem modernen Architekten eine Doppelrolle zu. Nicht genug, dass er den einzelnen Geschäftsraum entwarf. Darüber hinaus wurde er verantwortlich für dessen Einbindung in den Straßenzug, die Platzgestaltung und die weitere Umgebung. Smiley verfolgt dieser Entwicklung seit den 1920er und 1930er Jahren, als Glas und Transparenz zum Innbegriff eines modernen Ladengeschäfts wurden. In den 1940er Jahren wies man zunehmend Einkaufszonen aus, um in den 1950er Jahren auf die grüne Wiese vor den Städten umzuziehen. Indem Smiley der Gestaltung der Einkaufsräume folgt, entfaltet er zugleich eine Geschichte der amerikanischen Architekturmoderne. (kgb, 20.7.14)

David Smiley, Pedestrian Modern. Shopping and American Architecture. 1925-1956, University of Minnesota Press, 2013, 357 Seiten, 25 x 18 cm, ISBN 978-0816679300.

Sowjetmoderne. 1955-1991

Sowjetmoderne. 1955-1991

Sowjetmoderne (Bild: Parkbooks)
Sowjetmoderne (Bild: Parkbooks)

Langsam hat es sich auch im Westen herumgesprochen, dass in Moskau nach 1945 beeindruckende moderne Bauten entstanden. Aber die 14 nicht-russischen ehemaligen Sowjetrepubliken? Das Buch “Sowjetmoderne” verspricht zu eben jenen wenig vertrauten Provinzen unbekannte Geschichten. Reich bebildert, bestechend fotografiert und ausführlich beschrieben geht es um die Bauten der Jahre 1955 bis 1991 im Baltikum, im Kaukasus, in Osteuropa und in Zentralasien.

Für diese Übersicht forschte eine Gruppe des Architekturzentrums Wien über Jahre. Man arbeitete mit Fachleuten vor Ort zusammen, erstellte Karten und deutete die einzelnen Bauten. Viele der Zeitzeugen konnten für diese umfassende Publikation noch befragt und ihre Geschichten geschrieben werden. Entstanden ist die Gesamtschau auf einen “zweiten Kontinent des architektonischen Modernismus”. (kgb, 16.7.14)

Katharina Ritter u. a. (Bearb.), Sowjetmoderne. 1955-1991. Unbekannte Geschichten, hg. vom Architekturzentrum Wien, Parkbooks, 2012, gebunden, 20,5 x 26,5 cm, rund 1.000 größtenteils farbige Abbildungen, ISBN 978-3-85881-394-7.