Peter Zumthor in fünf Bänden

71 Jahre, 43 Bauten, 5 Bände – im Züricher Scheidegger-und-Spiess-Verlag hat der Architekt Thomas Durisch das umfangreiche Werk von Peter Zumthor zusammengefasst. Schon 2009 hatte man Zumthor für sein Lebenswerk mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet. Zu seinem umfassenden Werkverzeichnis steuerte er nicht nur Skizzen, sondern auch neue Texte bei.

In Basel 1943 geboren, machte Zumthor zunächst eine Ausbildung zum Möbelschreiner, bevor er in Basel und New York Architektur und Design studierte. Nach einer 10-jährigen Tätigkeit als Denkmalpfleger im Kanton Graubünden gründete er 1979 in Haldenstein sein eigenes Architekturbüro. Seine denkmalpflegerische Erfahrung prägte auch seinen Umgang mit überkommener Bausubstanz – so integrierte er z. B. die historisch-moderne Bausubstanz von St. Kolumba in seine Planungen für das Kölner Diözesanmuseum. (26.5.14)

Thomas Durisch (Hg.), Peter Zumthor. 1985-2013, 5 Bände im Schuber, Scheidegger & Spiess, 2014, 856 Seiten, 23 x 30 cm, 278 Farb- und 142 Schwarzweiß-Fotos, 341 Farb- und Schwarzweiß-Skizzen, ISBN 978-3858813046.

In fünf Bänden wird das bisherige Werk des Architekten Peter Zumthor in Wort und Bild vorgestellt (Bild: Scheidegger & Spiess)

Baukunst der Nachkriegsmoderne

Kaum eine deutsche Großstadt veränderte ihr Gesicht nach 1945 so stark, wie das lange geteilte Berlin. Umso größer sind die Entdeckungen, die heute auf Architekturbegeisterte in der alten/neuen Hauptstadt warten. Ende 2013 stellten die illustren Herausgeber – Adrian von Buttlar, Kerstin Wittmann-Englert und Gabi Dolff-Bonekämper – daher im Berliner Reimer-Mann-Verlag einen umfassenden Architekturführer zusammen. Unter dem Titel „Baukunst der Nachkriegsmoderne“ werden ausgewählte Berliner Bauten der Jahre 1949 bis 1979 vorgestellt.

Ein ehrgeiziges Vorhaben, für das über 30 Autoren mehr als 200 Objekte beschrieben. Der engagierte Kreis fand sich in Seminaren der Herausgeber zusammen, wuchs über diese hinaus und machte u. a. mit der Ausstellung „denkmal!moderne – Vom Umgang mit unserem jüngsten Architekturerbe“ (TU Berlin und BCC Berlin) von sich reden. Unterstützt werden die Texte des neuen Architekturführers durch sprechende Fotografien von Alfred Englert, Mila Hacke und Markus Hilbich. Schon im Durchblättern erschließt sich dem Leser dadurch die hohe Bedeutung – vom architektonisch-ästhetischen Reiz bis zum historisch-politischen Zeugniswert – vieler moderner Baukunstwerke, für die sich Berlin gerade um den Welterbestatus bemüht. (7.5.14)

Buttlar, Adrian von/Wittmann-Englert, Kerstin/Dolff-Bonekämper, Gabi, Baukunstwerke der Nachkriegsmoderne. Architekturführer Berlin 1949-79, Reimer-Mann-Verlag, Berlin 2013, 502 Seiten, broschiert, über 640 Farbabbildungen und Grundrisse, 16,5 × 23,5 cm, ISBN 978-3-496-01486-7.

Baukunst der Nachkriegsmoderne (Bild: Reimer-Mann-Verlag)

Sozialistischer Realismus

Es gab Jahrzehnte, da wurde der Kalte Krieg – auch – auf Häuserfassaden ausgetragen: Die Abstraktion sollte den Westen, der Realismus den Osten vertreten. In der Rückschau bieten (gerade) die künstlerischen Ausdrucksformen des Sozialistischen Realismus beeindruckende Zeugnisse der Nachkriegsmoderne. Um dieses Erbe in seiner ganzen Vielfalt – von seinen traditionelle Wurzeln über seine realistischen oder rationalistischen Ansätze bis hin zu seinen avantgardistisch-modernen Spielarten – angemessen würdigen zu können, stellte der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) nun eine umfassende Publikation zusammen.

Unter dem Titel „Sozialistischer Realismus und Sozialistische Moderne“ veröffentlichte der Berliner Bäßler-Verlag verschiedene Welterbevorschläge aus Mittel- und Osteuropa. Dokumentiert werden Nominierungsvorschläge von unterschiedlichen nationalen Tentativlisten: Länder wie Tschechien und Weißrussland, aber auch Cuba sind vertreten. Und die deutsche Senatsinitiative „Doppeltes Berlin“, welche die Karl-Marx-Allee und das Hansaviertel als künftiges Welterbe sieht. (5.5.14)

Sozialistischer Realismus und Sozialistische Moderne. Welterbevorschläge aus Mittel- und Osteuropa. Socialist Realism and Socialist Modernism. World Heritage Proposals from Central and Eastern Europe (ICOMOS. Hefte des Deutschen Nationalkomitees LVII), Bäßler-Verlag, Berlin, 2013, broschiert, 168 Seiten, 130 Abbildungen und zahlreiche Dokumente, deutsch/englisch, 21 x 29,6 cm, ISBN 978-3-930388-90-5.

Die neue ICOMOS-Publikation „Sozialistischer Realismus und Sozialistische Moderne“