Schauplatz Tatort

Es gibt nur zwei wahre Glaubensrichtungen: Die einen schauen am Sonntag Rosamunde Pilcher, die anderen wählen den Tatort. Nun gibt es einen Grund mehr, zu dieser ältesten Krimireihe im deutschen Fernsehen umzuschalten. Seit 1970 wurde die Sendung mehr als 850-mal ausgestrahlt. Jeden Sonntag sehen mehr als 8 Millionen Zuschauer zu. Und jedes Ermittler-Team setzt regelmäßig eine andere deutsche Großstadt oder Region in Szene.

Mit ihrem Buch „Schauplatz Tatort“ blicken die Autoren Udo Wachtveitl, Alexander Gutzmer, Guido Walter und Oliver Elser erstmals hinter die Kulissen auf die Film-Architektur der Serie. Durch Interviews mit unterschiedlichen Akteuren wie einem Regisseur, einem Designer und natürlich den Kommissaren erhält der Leser spannende Informationen rund um die Schauplätze und ihre architektonische Inszenierung. Und in vielen grafischen Übersichten kommt im Buch jede Krimi-Region zu ihrem Recht. (kb, 1.6.14)

Udo Wachtveitl u. a., Schauplatz Tatort. Die Architektur, der Film und der Tod, Verlag Callwey, 2013, gebunden, 192 Seiten, 29 x 26 cm, ISBN 978-3766720528.

Damit lässt sich die Zeit bis zum nächsten Tatort gut überbrücken (Bild: Callwey-Verlag)

Sep Ruf. Leben und Werk

Es war höchste Zeit, dass der Architekt des Bonner Kanzlerbungalows ein umfassendes Werkverzeichnis bekommt. Im Deutschen Kunstverlag hat die Architekturhistorikerin Irene Meissner mit ihrer Publikation „Sep Ruf. 1908-1082. Leben und Werk“ diese verdienstvolle Aufgabe übernommen. Schon 2008 hatte Meissner am Ruf-Ausstellungskatalog der Münchener Pinakothek der Moderne im Prestel-Verlag mitgewirkt. Nun konnte sie mit ihrer Publikation, zugleich ihre Dissertation an der TU München, erstmals das Gesamtwerk dieses bedeutenden Architekten der deutschen Nachkriegsmoderne darstellen und einordnen.

Sep Ruf gestaltete nicht nur mit Egon Eiermann den Deutschen Pavillon der Weltausstellung in Brüssel (1958). Einen Namen machte sich Ruf vor allem durch seine ebenso filigranen wie gemäßigt modernen Baukunstwerke – von der Neuen Maxburg (1956, mit Theo Pabst) in München über die Kirche St. Johannes von Capistran (1960) in München-Bogenhausen bis hin zum Bonner Kanzlerbungalow (1966). Lange unbeachtet blieben seine Stadtplanungs- und Beratungsprojekte, mit denen er die Nachkriegsgestalt von Städten wie Fulda entscheidend prägte. (kb, 30.5.14)

Irene Meissner, Sep Ruf. 1908-1982. Leben und Werk, Deutscher Kunstverlag, 2013, 515 Seiten, gebunden, 132 Farb- und 382 Schwarzweiß-Abbildungen, 28 x 21 cm, ISBN 978-3-422-07192-6.

Irene Meissner stellte erstmals ein umfassendes Werkverzeichnis zum bayerischen Architekten Sep Ruf zusammen (Bild: Deutscher Kunstverlag)

Hermann Mattern. Gärten.

Hätte man Freude am Kalauer, könnte man auf seinen Spitznamen verweisen: „Hügel-Hermann“, der seine Gärten durch Aufschüttungen modellierte. Doch nötig hätte es Hermann Mattern (1902-71) nicht, zählt er doch zu den bedeutendsten Landschaftsarchitekten der Moderne. Seinem umfassenden Werk widmet sich das – nun schon in der zweiten überarbeiten Auflage erschienene – Buch „Hermann Mattern. Gärten – Landschaften – Bauten – Lehre“. Die Autorin, Vroni Heinrich, war Studentin und Mitarbeiterin bei Mattern, der zuletzt als Professor für Landschafts- und Gartenbau an der Technischen Universität Berlin wirkte.

Nach Gärtnerlehre und Studium wirkte Mattern vor allem im Raum Berlin-Potsdam. Bekannt wurde er durch seine Zusammenarbeit mit Größen der Klassischen Moderne, darunter Hans Scharoun, Oskar Schlemmer, … Entsprechend bietet die Publikation – deren erste Auflage auch online eingesehen werden kann – nicht nur einen Überblick über Matterns Garten-, Park-, Landschafts- und Siedlungsplanungen, seine Arbeiten in der Denkmalpflege und als Hochschularchitekt, sondern auch seine Veröffentlichungen und Vorträge als Hochschullehrer. (28.5.14)

Vroni Heinrich, Hermann Mattern. Gärten – Landschaften – Bauten – Lehre, 2. überarbeitete Auflage, hg. von der Technische Universität Berlin, 2013, 508 Seiten, 30 x 21 cm, ISBN 978-3798325258.

Hermann Mattern gilt als einer der bedeutendsten Landschaftsarchitekten der Moderne (Bild: TU Berlin)