Köln, Gebäudekomplex der Telekom (Bild: Raimond Spekking via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)
Adventskalender 2025 Meldungen

mR-Adventskalender 2025: Tür(m)chen 19

#mRAdventskalender 19: Die Altstadt von Köln wurde in Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. In der Zeit des Wiederaufbaus wurden teils ganze Blöcke neu arrangiert, so auch das Areal zwischen heutiger Nord-Süd-Fahrt, Cäcilienstraße und Hohe Straße: Hier hat die Deutsche Bundespost ab den 1950er Jahren Büroriegel, Amts- und Lagergebäude errichten lassen. Höhepunkt im wahren Wortsinn ist das Hochhaus in der Sternengasse 14-16, auf dessen Baukörper noch zwei imposante Etagen folgen, die einst für Parabolantennen vorgesehen waren.

Eingeweiht wurde der 55 Meter hohe Bau am 14. Juni 1965 durch den Kölns Oberbürgermeister Theodor Buraunen (Spitzname „Döres“) und Bundespostminister Richard Stücklen. Der Minister aus Bayern hat zur Feier des Tages sogar ein Kölsch getrunken – das ist fotografisch belegt! Architekt des Fernmeldeamts 1 (so die ursprüngliche Bezeichnung) war Walter Ruf, nicht zu verwechseln mit Sep! Bekannt ist das Gebäude in Köln als „et lange Zillche“ (die lange Cäcilia). Der Spitzname geht auf den Kölner Männergesangsverein Cäcilia Wolkenburg zurück, der hier zeitweise ebenfalls residierte.

Köln, Gebäudekomplex der Telekom (Bild: Raimond Spekking via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

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Frankfurt, Westhafentower (Bild Norbert Nagel, CC BY-SA 3.0)
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mR-Adventskalender 2025: Tür(m)chen 18

#mRAdventskalender 18: Die regionale Frankfurter Küche ist nicht jedermanns Fall. Handkäs‘ mit Musik und Ebbelwoi lösen bei vielen Fluchtreflexe aus. Die Verzehrform ist übrigens auch traditonell festgelegt: Der geruchsintensive Sauermilchkäse mit Öl, Zwiebeln und Kümmel wird nur mit dem Messer gegessen – egal wie umständlich das sein mag. Und der säuerliche Apfelwein wird aus gerippten Gläsern getrunken: Eine auffällige, hochtehende Rautenstruktur ziert die 0,33-Liter-Trinkgläser.

Schnitt! Der Frankfurter Westhafen verlor ab den 1970er Jahren seine wirtschaftliche Bedeutung, um die Jahrtausendwende war er einer luxuriösen Wohnbebauung gewichen. 2000-2004 wurde an seinem östlichen Ende als Landmarke noch ein 112 Meter messendes, zylindrisches Hochhaus errichtet. Das verantwortliche Büro Schneider + Schumacher sitzt in Frankfurt. Wir können nur vermuten, dass Till Schneider und Michael Schumacher bei Handkäs‘ mit Musik und Ebbelwoi die ersten Ideenskizzen fertigten. Ihr „Westhafen Tower“ trägt jedenfalls eine hochstehende Rautenfassade. Logisch, dass man ihn in der Mainmetropole auch als „Geripptes“ kennt …

Frankfurt, Westhafentower (Bild Norbert Nagel, CC BY-SA 3.0)

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Marburg, Affenfelsen und Konrad-Adenauer-Brücke (Bild: Heinrich Stuerzl, CC BY-SA 4.0)
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mR-Adventskalender 2025: Tür(m)chen 17

#mRAdventskalender 17: Das beschauliche Universitätstädtchen Marburg an der Lahn hat den Zweiten Weltkrieg unzerstört überstanden. Das war ein großes Glück, denn es verfügt über eine bedeutende Mittelalterliche Altstadt, die sich vom Schlossberg bis ins Lahntal zieht. Größere Zerstörungen fanden erst ab den 1960er Jahren statt, als der Randbereich der Altstadt flächensaniert und der (Auto-) verkehrsgerecht umgebaut wurde. Etliche Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert wurden trotz Bürgerprotesten abgeräumt. Darunter auch das „Wirtshaus an der Lahn“ an der Gisselberger Straße.

Statt seiner wurde nach Entwurf von Wolfgang Schreyer aus der Bauleitung der Hessischen Heimstätte Marburg ein 13-stöckiges Hochhaus errichtet. Der 1973 fertiggestellte, terrassenartig getreppte Bau mit Brutalismus-Anklängen hebt sich noch heute von der Stadtsilhouette ab – ob als Bausünde oder zeitgenössische Zutat mag jeder selbst entscheiden. Zumindest ist er stadtbekannt: Fragen Sie jemanden, wie sie zur Gisselberger Straße 2 kommen, ernten Sie womöglich Schulterzucken. Fragen Sie aber „Wo geht’s denn hier zum Affenfelsen?“ kann Ihnen jeder den Weg erklären!

Marburg, Affenfelsen und Konrad-Adenauer-Brücke (Bild: Heinrich Stuerzl, CC BY-SA 4.0)

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Dortmund, Wasserturm "Lanstroper Ei", Bauherr: Stahlbaufirma Aug. Klönne, 1904-1905 (Bild: rkikultur, CC BY-SA 4.0, 2013)
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mR-Adventskalender 2025: Tür(m)chen 16

#mRAdventskalender 16: Eigentlich steht dieser Wasserturm weder im Dortmunder Ortsteil Lanstrop noch ist die Form des Behälters tatsächlich ei-förmig. Nun, zumindest nicht hühnerei-förmig, wohl aber überraschungsei-förmig, was es wiederum rechtfertigt, hier Ostern und Weihnachten etwas näher zusammenzubringen. Der 14 Meter breite, 55,5 Meter hohe und 180 Tonnen schwere Wasserturm wurde 1904 bis 1905 von der Dortmunder Stahlbaufirma Aug. Klönne errichtet, um die umliegenden Ortsteile und die wassergierigen Zechen zu versorgen. Das Fassungsvermögen des Barkhausen-Behälters beträgt 2000 m³, die heute offenbar an dieser Stelle nicht mehr benötigt werden – der Turm wurde 1981 stillgelegt, seit 1985 ist die Landmarke denkmalgeschützt. Die Geschichte des Turms und noch einiges mehr erzählt übrigens Uwe Koslowski in seinem Film Lanstroper Ei – Das Geheimnis eines Wassertums in Dortmund-Grevel (25min, 2013). Und ja, Bernd und Hilla Becher haben den Turm fotografiert. 1965 bereits, da war er noch in Nutzung.

Dortmund, Wasserturm „Lanstroper Ei“, Bauherr: Stahlbaufirma Aug. Klönne, 1904-1905 (Bild: rkikultur, CC BY-SA 4.0, 2013)

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Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (Bild: coenen, CC BY SA 3.0. 2007)
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mR-Adventskalender 2025: Tür(m)chen 15

#mRAdventskalender 15: Gleich zwei Türmchen und drei Spitznamen auf einmal – ein hohler Zahn wird mit Lippenstift betont und dann steht auch noch eine Original-60er-Jahre Puderdose auf dem Gabentisch. Und obendrein gehört noch ein namenloser Flachbau zum Ensemble… Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Berliner Bahnhof Zoo, von 1891 bis 1895 nach den Plänen des regen Architekten und Königlichen Baurats Franz Schwechten errichtet, wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Nach einem Streit um Wiederaufbau oder Abriss entschied man sich für den Erhalt der Ruine als Mahnmal und beauftragte Egon Eiermann mit dem ergänzenden Neubau eines Kirchturms, eines Raums für den Gottesdienst und eines Foyers. Die symbolische und architekturhistorische Bedeutung ist groß, die Liebe der Berliner:innen zur Kirche auch. Davon zeugen die Spitznamen, die sicherlich nicht zufällig an den Schminktisch einer vom Leben gezeichneten West-Berliner „Dame“ denken lassen, die mit einem zeitgenössisch repräsentativen Gesicht in die Weltöffentlichkeit tritt.

Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Architekten: Franz Schwechten (1891–1895), Egon Eiermann (1959–1963), (Bild: coenen, CC BY SA 3.0, 2007)

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