Kiel, Hochhaus Weisser Riese am Kurt-Schumacher-Platz (Bild: Friedrich Magnussen, CC BY SA 3.0, 1974)
Adventskalender 2025 Meldungen

mR-Adventskalender 2025: Tür(m)chen 9

#mRAdventskalender 9: Auch Kiel hat seine „Stadt von morgen“: Mettenhof, gebaut ab Mitte der 1960er Jahre. Die großen Hoffnungen auf Lösungen für die Wohnungsnot angesichts der wachsenden Bevölkerung drückten sich dort mitunter auch in großen Häusern aus, zum Beispiel im Wohnhochhaus des Hamburger Architekten Hans Konwiaz. Es wurde von 1968 bis 1971 errichtet und steht direkt im Zentrum von Mettenhof und ist nicht nur das Wahrzeichen des Wohngebiets sondern mit seinen 25 Etagen auch das höchste Gebäude der Stadt. 22 Stockwerke sind bewohnt, eines wird als Werkraum für die Aufzüge und zwei werden als Hauswirtschaftsräume mit Waschküche und Trockenraum genutzt. Trotz dieser funktionalen Schwerpunktsetzung auf Wäschereinigung ist es wahrscheinlich doch der weiße Fassadenanstrich, der die Kieler:innen dazu veranlasst hat, von dem Haus als „Weißem Riesen“ zu sprechen.

Kiel, Hochhaus am Kurt-Schumacher-Platz in Mettendorf, Architekt: Hans Konwiaz, 1968–1971 (Bild: Friedrich Magnussen, CC BY SA 3.0, 1974)

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Lahr, Rundhochhäuser (Bild: historische Postkarte)
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mR-Adventskalender 2025: Tür(m)chen 8

#mRAdventskalender 8: So viel Elegance hätten wir dem Schwarzwaldstädtchen Lahr fast nicht zugetraut. Doch sowohl die parkenden Automobile als auch die Wohntürme (1962, Hans-Walter Henrich und Klaus Humpert) dahinter haben jede Aufmerksamkeit verdient. Letztere laufen in der Fachliteratur hartnäckig als Rundtürme, dabei sind sie, streng genommen, fünfeckig. Aber mit den spitz vorkragenden Balkonen nähern sich die drei Baukunstwerke deutlich der Kreisform. Hier wohnten zunächst Angehörige der französischen, dann der kanadischen Truppen. Eine solch extrovertierte Architektur war seinerzeit so spektakulär, dass der französische Figaro berichtete. Sogar ein französisch-belgischer Comic nahm die drei Rundtürme in seine Bilderserie auf. Nur die Lahrer Presse blieb verhalten – sie fürchtete 1962 vor allem ein Verkehrschaos durch Schaulustige.

Lahr, Rundhochhäuser (Bild: historische Postkarte)

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Jena, Jentower, August 1989 (Bild: Felix O., CC BY SA 2.0, 1989)
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mR-Adventskalender 2025: Tür(m)chen 7

#mRAdventskalender 7: Die Sache mit der Keksrolle – so der Spitzname des heute vorzustellenden Büroturms – leuchtet all jenen sofort ein, die ihre Urlaubsreisen, Wandertage und Familienausflüge mit knisternd eingewickeltem Kleingebäck verbracht haben. In Jena wurde der knapp 150 Meter hohe Rundturm in den 1960er Jahren als sozialistische Stadtdominante angepeilt. Der Entwurf stammt von keinem Geringeren als Hermann Henselmann, die gewählte Form soll an ein Fernrohr erinnern. Immerhin ist Jena mit Zeiss für optische Gerätschaften berühmt. Nach der Einweihung im Jahr 1972 ging die Nutzung der Keksrolle an die Universität, die 1995 wieder auszog. Nach dem Verkauf des Hochhauses an einen Investor erhielt der Bau ein modernistisches Makeover, zwei zusätzliche Geschosse und – etwas später – den fantsiearmen Namen Jentower.

Jena, Jentower, August 1989 (Bild: Felix O., CC BY SA 2.0, 1989)

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Bonn, Langer Eugen (Bild: K-H Lipp, CC BY SA 2.0, 1982)
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mR-Adventskalender 2025: Tür(m)chen 6

#mRAdventskalender 6: Es ist eine Binse: Kleine Männer brauchen Großes, um sich gesehen zu fühlen. Beim damaligen Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier hat es funktioniert, denn mit dem ehemaligen Bonner Abgeordnetenhaus, für dessen Bau er sich engagiert hatte, setzte er sich 1969 (wohl nicht ganz freiwillig) ein ironisches Denkmal. Das von Egon Eiermann entworfene Hochhaus lief, auch als Seitenhieb auf Gerstenmeiers fehlende Körpergröße, rasch als Langer Eugen. Was eigentlich als Teil eines Ensembles gedacht war, blieb lange die einzige Hochhausspitze am Stresemannufer. Immerhin kam 1979 durch Georg Pollich (Planungsgruppe Stieldorf) ein Fluchttreppenhaus hinzu. Mit dem Umzug der Regierung nach Berlin verlor auch der Lange Eugen seine angestammte Funktion. Heute nutzen die Vereinten Nationen den 115 Meter hohen Bau, der in der Bonner Silhouette längst gute Wolkenkratzer-Nachbarschaft gefunden hat.

Bonn, Langer Eugen (Bild: K-H Lipp, CC BY SA 2.0, 1982)

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Leipzig, Wintergartenhochhaus, Restaurant "Stadt Dresden" mit Sandsteinputto sowie Wandmalereien von Karl-Heinz Schmidt (Bild: Archiv Schaufuß, Fotos: Brüggemann, PD, 1974)
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mR-Adventskalender 2025: Tür(m)chen 5

#mRAdventskalender 5: Doppel-M-Haus, unter diesem Namen kann jede:r Leipziger:in dieses Bauwerk zuordnen. Denn mit der sich drehenden Leuchtreklame für die örtliche (Muster-)Messe ist das Wintergartenhochhaus (1972, Horst Siegel), so die offizielle Bezeichnung, in Bahnhofsnähe nicht zu übersehen. Noch zur DDR-Zeit gab es hier einen modernen Selbstbedienungsladen. Das Sockelgeschoss des Wohnturms barg zusätzlich ein breites gastronomisches Angebot: von der Milch-Mokka-Eis-Bar bis zum Speisesaal des Restaurants “Stadt Dresden”. Alles in einer bunten Mischung aus 1970er-Jahre-Design und bürgerlicher Nostalgiedeko. Das derart umrundete Hochhaus erhebt sich auf einem zwölfeckigen Grundriss. Dieser Typus wurde, wenn auch deutlich niedriger, in Sachsen mehrfach umgesetzt. In Leipzig wirkt das 32-geschossige Vorbild seit der Sanierung der 2000er Jahre nicht mehr ganz so solitär: Er wurde seines Sockelgeschosses beraubt und in der Folge eng umbaut.

Leipzig, Wintergartenhochhaus, Restaurant „Stadt Dresden“ mit Sandsteinputto sowie Wandmalereien von Karl-Heinz Schmidt (Bild: Archiv Schaufuß, Fotos: Brüggemann, PD, 1974)

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