Messeakademie „Was heißt hier alt?“

Damit wäre es offiziell: Die Moderne zählt zur Historie. Zur< Denkmalmesse, die in Leipzig vom 6. bis 8. November 2014 stattfindet, trägt die achte Messeakademie das Motto „Was heißt hier alt? Historische Quartiere für die Zukunft“. Unter den vier „historischen“ Objekten des deutschlandweiten studentischen Architekturwettbewerbs findet sich – neben der Schlossstraße/Frohngasse in Pirna, der Johanniter-Komturei in Werben (Elbe) und dem Areal Johannisgasse-Marienplatz in Pößneck – auch die Alte Tuchfabrik in Wittstock/Brandenburg. Die umfangreiche moderne Industrieanlage entstand nach 1900 in mehreren Bauabschnitten und steht seit der Wende leer.

Für diese Objekte sollen Studierende der Architektur und des Bauingenieurwesens an (Fach-)Hochschulen und Universitäten überzeugende Lösungen entwickeln. Die DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement hat Preisgelder von insgesamt 1.500 Euro zur Verfügung stellt. Am 7. November 2014 können die drei Preisträger dann ihre Entwürfe im Kolloquium der Messeakademie und in einer Veröffentlichung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vorstellen. Wettbewerbsarbeiten können bis zum 1. September 2014 eingereicht werden. (26.5.14)

Die Alte Tuchfabrik im brandenburgischen Wittstock ist eines der vier Objekte im studentischen Architekturwettbewerb der Messeakademie 2014 (Bild: Messe Leipzig)

Peter Zumthor in fünf Bänden

71 Jahre, 43 Bauten, 5 Bände – im Züricher Scheidegger-und-Spiess-Verlag hat der Architekt Thomas Durisch das umfangreiche Werk von Peter Zumthor zusammengefasst. Schon 2009 hatte man Zumthor für sein Lebenswerk mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet. Zu seinem umfassenden Werkverzeichnis steuerte er nicht nur Skizzen, sondern auch neue Texte bei.

In Basel 1943 geboren, machte Zumthor zunächst eine Ausbildung zum Möbelschreiner, bevor er in Basel und New York Architektur und Design studierte. Nach einer 10-jährigen Tätigkeit als Denkmalpfleger im Kanton Graubünden gründete er 1979 in Haldenstein sein eigenes Architekturbüro. Seine denkmalpflegerische Erfahrung prägte auch seinen Umgang mit überkommener Bausubstanz – so integrierte er z. B. die historisch-moderne Bausubstanz von St. Kolumba in seine Planungen für das Kölner Diözesanmuseum. (26.5.14)

Thomas Durisch (Hg.), Peter Zumthor. 1985-2013, 5 Bände im Schuber, Scheidegger & Spiess, 2014, 856 Seiten, 23 x 30 cm, 278 Farb- und 142 Schwarzweiß-Fotos, 341 Farb- und Schwarzweiß-Skizzen, ISBN 978-3858813046.

In fünf Bänden wird das bisherige Werk des Architekten Peter Zumthor in Wort und Bild vorgestellt (Bild: Scheidegger & Spiess)

Tempelhofer Feld wird frei bleiben

Wenn Berlin etwas kann, dann sind es Provisorien – und die können hartnäckig sein. Auch das Tempelhofer Feld, das Gelände des 2008 stillgelegten Flughafens, wurde 2010 begeistert in Besitz und Nutzung genommen. Bereits in den 1920er Jahren hatte sich aus dem Exerzier- und Flugübungsgelände der legendäre Berliner Flughafen entwickelt. Nach Plänen von Ernst Sagebiel wurde hierfür bis 1941 das damals größte zusammenhängende Gebäude der Welt errichtet.

International bekannt wurde Tempelhof, als hier 1948/49 die „Rosinenbomber“ während der Berlin-Blockade landeten. Seit 2011 wirbt die Bürgerinitiative „100% Tempelhofer Feld“ dafür, das Areal für die Berliner vollständig als Freifläche zu erhalten. Diskutiert werden verschiedene Planungen, die teils eine vollständige Durchgestaltung, teils nur eine Randbebauung vorsehen. Durch eine Unterschriftensammlung konnte ein Volksentscheid erwirkt werden, der am 25. Mai 2014 gemeinsam mit der Europawahl stattfand. Nach dem amtlichen vorläufigen Ergebnis lauteten – bei einer Wahlbeteiligung von 46,1% – nun 64,3%, im Abgeordnetenhaus 40,8% der Stimmen auf „Ja“. Damit wurde durch 29,6 % das nötige Viertel aller Stimmberechtigten erreicht: Das Tempelhofer Feld bleibt frei. (25.5.14)

Das Feld des ehemaligen Berliner Flughafens Tempelhof wurde 2010 der Öffentlichkeit zur Nutzung übergeben (Bild: Times)