Bonn: Bayerns Botschaft

Der Tag des offenen Denkmals zeigt am 14. September auch dieses Jahr wieder zahlreiche bauliche Zeugnisse der Nachkriegsmoderne. Eines davon ist die ehemalige bayerische Landesvertretung im alten Bonner Regierungsviertel. Sie wurde nach Plänen von Sep Ruf erbaut und 1955 eröffnet. Ruf zeichnet auch für den Kanzlerbungalow (1966) verantwortlich, der sinnbildlich für die Bonner Republik steht. Die Landesvertretung kann am 14. September von 13 bis 17 Uhr besichtigt werden, um 13.15 Uhr findet eine Führung mit Rainer Mertesacker statt.

Der dreigeschossige Stahlskelettbau ist betont nüchtern gehalten, die Fassade wird von großen Chicago Fenstern beherrscht und einem Staffelgeschoss mit Dachterrasse bekrönt. Die stolzen Bayern hatten jedoch eigene Vorstellungen von einer angemessenen Vertretung ihres Freistaates. Die schwarz-weiß gerasterte Fassade wurde bald nach ihrem Einzug in den weiß-blauen Landesfarben umgestaltet. Und ein zünftiger Bierkeller sollte bayerische Gemütlichkeit in den funktionalen Bau bringen. Heute residiert im Bauwerk die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die es weitgehend wieder in den Urzustand versetzt hat. (jr, 25.8.14)

Die ehemalige bayerische Landesvertretung zeigt sich auch im Inneren in der Eleganz der 1950er Jahre (Bild: © Eckhard Henkel, CC BY SA 3.0 DE (via Wikimedia Commons))

Louis Kahn

Lois Kahn (1901-74) soll sich die Idee für das Nationalparlament von Bangladesh (1973) auf einer Frankreichreise geholt haben. Schon als Kind reiste Kahn mit seinen Eltern aus Estland in die USA. Hier lebte, studierte und arbeitete er vorwiegend in Philadelphia und Pennsylvania. Hier engagierte er sich zunächst vor allem im Siedlungsbau und suchte sich immer wieder Inspiration in Europa.

Bekannt wurde Kahn jedoch erst in den letzten Jahren seines Schaffens mit öffentlichen Bauten wie der Bücherei und dem Speiseraum der Phillip Exeter Academy in Exeter (1972) oder jenem Nationalparlament in Bangladesh (1973). Auch als Lehrer prägte er eine ganze Generation, zu seinen prominentesten Schülern dürfte Mosche Safdie zählen. Bis zum 12. Oktober 2014 widmet das Londoner Design Museum dem Architekten Louis Kahn eine gleichnamige Ausstellung. Mit Architekturmodellen, originalen Zeichnungen, Reiseskizzen, Fotografien und Filmen soll das Werk des bekannten amerikanischen Baukünstlers greifbar werden. Die Höhepunkte der Schau bilden ein vier Meter hohes Modell des City Towers (1957), den Kahn für Philadelphia entwarf. (kb, 24.8.14)

Jatiyo Sangshad Bhaban, das Nationalparlament in Bangladesh (Bild: Karl Ernst Roehl)

Wer erfand die Fotografie?

Um mit dem inoffiziellen Teil der Geschichtsschreibung zu beginnen: Erfunden wurde die Fotografie 1833 von einem Nordhessen – zumindest in Gedanken. Philipp Hoffmeister (1804-74), Prediger in Nordshausen bei Kassel, veröffentlichte 1833 die detaillierte Beschreibung einer bildgebenden Technik, der Heliographie. Nur ausprobiert hat er sie nie … Damit kommen wir zum offiziellen Teil: Verschiedene, vorwiegend französische Köpfe folgten im frühen 19. Jahrhundert derselben Idee – das Licht selbst sollte die Bilder malen.

J. N. Niépce (1765-1833) machte um 1825 die erste Aufnahme. Als Erfinder der heutigen Fotografie gilt Louis Daguerre (1787-1851), der 1839 eine kommerziell  verwertbare Technik vorstellte. Das Land Frankreich erwarb sein Verfahren und “schenkte es der Welt”. Nun feiert die deutsche Fotoindustrie das 175-jährige Jubiläum mit einem digitalen “photoglobus”. Hoffmeister schaute auf das Ganze 1863 nicht ohne Bitterkeit zurück: “Durch Zufall kam ich 1833 auf die Erfindung der Daguerreotypie, von mir Heliographie genannt. […] Allein kein Mensch interessirte sich dafür, bis im Jahr 1839 von Paris Daguerres Verfahren alle Welt in Erstaunen versetzte.” (kb, 22.8.14)

Mit dem Blick aus seinem Fenster von Le Gras machte J. N. Niépce um 1825 das erste Foto (Bild: PD)