Lebbeus Woods. ON-LINE

Im Jahr 1990 engagierte man ihn für den Science-Fiction-Film “Alien 3” – er sollte u. a. außerirdische Siedlungen entwerfen. Seine Zeichnungen wurden nie umgesetzt. Ein Schicksal, das dem amerikanischen Künstler Lebbeus Woods (1940-2012) bereits vertraut war. Seit 1976 konzentrierte sich der studierte Architekt auf experimentelle Projekte und Zeichnungen. Mit der Ausstellung „Lebbeus Woods. ON-LINE“ präsentiert das Berliner Museum für Architekturzeichnung bis zum 3. Oktober 2014 eine Auswahl seiner Werke.

Kuratiert von seinem langjährigen Freund und Partner Christoph Kumpusch, werden teils noch nie gezeigte Arbeiten vorgestellt. Vor allem seine frühen Tusche- und Bleistiftzeichnungen deuten wirkliche und erschaffen unwirkliche Stadtgebilde. Mit Farbe, Kontrast und Schatten erzeugt er eine unverwechselbare klare Atmosphäre. Jede seiner Grafiken macht die ungeheure Kraft von Architektur begreifbar, obwohl oder gerade weil sie nie gebaut wurde. Ob man darin auch das ein oder andere extraterrestrische Fluggerät entdeckt, liegt im Auge des jeweiligen Betrachters. (kb, 25.7.14)

Lebbeus Woods (Bild: Tchoban-Foundation)

Neue Ordensgeschichte(n)

Sie waren den Mächtigen immer ein wenig suspekt. Auch im 20. Jahrhundert lebten Mönche und Nonnen nach ihren eigenen, teils noch mittelalterlichen Regeln. Das Institut für Theologie und Geschichte religiöser Gemeinschaften sucht noch ordensgeschichtliche Themen aus den letzten 200 Jahren. Denn vom 30. Januar bis zum 1. Februar 2015 findet die 15. Tagung des “Arbeitskreises Ordensgeschichte 19./20 Jahrhundert” statt.

Für jedes Referat wird insgesamt eine Stunde zur Verfügung stehen, davon max. 30 Minuten für den Vortrag, die übrige Zeit für die Diskussion. Einen Schwerpunkt könnten – die Tagung 2014 fortsetzend – die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs bilden. Möglich wäre ebenso ein Blick auf das Zweite Vatikanische Konzil, das 2015 vor 50 Jahren endete. Vorschläge können bis zum 31. Oktober 2014 gesendet werden an: Prof. Dr. Johannes Schmiedel, jschmiedl@pthv.de. (kb, 24.7.14)

Fronleichnamsprozession vor St. Hedwig in Berlin (Bild: Bundesarchiv Bild 102_13518, 1932, CC BY SA 3.0)

Zukunft der Vergangenheit

Zwischen 1945 und 1979 wurde Beeindruckendes geschaffen: Zwei Generationen legten den Grundstein für einen zukunftsorientierten Wohlfahrtsstaat mit leistungsfähigen Städten – und modernen Wohnungen. Viele damals errichtete Bauten sind für uns weiterhin funktional oder baukulturell unverzichtbar. Doch müssen sie heute vielfach grundlegend erneuert werden, um ihre Aufgabe auch morgen erfüllen zu können. Wie viel Veränderung verträgt dabei die Geschichte, wie viel Zukunft hat die (gebaute) Vergangenheit?

Diesem Thema widmete die Wüstenrot Stiftung ihren 10. Gestaltungspreis. Das im Kraemer-Verlag erschienene Buch zeigt, wie dieser wertvolle Baubestand ins 21. Jahrhundert überführt werden kann. Ausfühlich werden nicht nur Arbeiten vorgestellt, die beim Wettbewerb “Zukunft der Vergangenheit” ausgezeichnet wurden. Darüber hinaus kommen weitere vorbildliche Projekte und namhafte Autoren zu Wort: von Ursula Baus über Adrian von Buttlar bis hin zu Olaf Gisbertz. (kb, 23.7.14)

Zukunft der Vergangenheit. Die Erneuerung von Gebäuden der Baujahre 1945 bis 1979, hg. von der Wüstenrot-Stiftung, Kraemer-Verlag, 2014, 280 Seiten, gebunden, 22,5 x 28,5 cm, ISBN 978-3-7828-1541-3.

“Zukunft der Vergangenheit” (Bild: Kraemer-Verlag)