Wasserspülung fürs Elefantenklo

In Gießen steht zurzeit alles im Zeichen der Landesgartenschau. Die großen Straßen sind mit bunten “Kunstleitpfosten” aus Holz dekoriert, die Wieseckaue ist aufgeblüht und schon 2011 wurde ein Gießkannenmuseum eingeweiht. Auch vor dem überregional bekannten Wahrzeichen der Stadt, dem Elefantenklo, macht die sommerliche Leichtigkeit nicht halt. Seit Anfang Juni plätschert ein kleiner Wasserfall munter von der monumentalen Betonplatte. Nachts wird er farbenfroh beleuchtet. Auch wenn die Gartenschau am 5. Oktober 2014 ihre Pforten schließt, wird das Wasser hier noch lange nicht abgedreht. Der Wasserfall soll das Bauwerk dauerhaft aufwerten.

Das Elefantenklo wurde 1969 eingeweiht und ist ein Musterbeispiel für das Konzept der autogerechten Stadt. Es bildet den baulichen Abschluss der Fußgängerzone Seltersweg und überspannt eine zentrale Kreuzung des Gießener Anlagenrings. Seinen Namen erhielt das Bauwerk wegen der drei achteckigen Öffnungen – die Gießener erkannten schnell deren Eignung als stilles Örtchen für Dickhäuter. Erwog man früher noch den Abriss, ist das Bauwerk heute längst Kult und zentral für die selbstironische Identität der Stadt. (jr, 14.7.14)

Die drei charakteristischen Löcher gaben dem Elefantenklo seinen Namen (Bild: KlausFoehl)

Rubiks Zauberwürfel wird 40

Erfunden wurde er von einem Architekten, um seinen Studenten ein besseres Raumgefühl zu vermitteln. Der ungarische Bildhauer, Architekt und Designer Ernö Rubik (* 1944) entwickelte 1974 den Zauberwürfel: 26 Kant-, Mittel- und Ecksteine, die sich um ihre Achse drehen lassen. Beliebt wurde die Konstruktion als mechanisches Geduldsspiel. Alles mit dem Ziel, die Steine (wieder) nach ihren insgesamt sechs Farben zu ordnen.

Ende der 1970er Jahre gelangte der Würfel über Umwege aus Ungarn auf den angloamerikanischen Markt und löste einen Boom aus. Rubik machte Karriere als Professor, Möbel- und Spieledesigner. Sein Würfel war ab 1980 auch in Deutschland erhältlich. Seitdem wurde er in den verschiedensten Varianten angeboten, von rund bis blinkend. Zuletzt stellte google eine virtuelle Spielart ins Netz. Die analoge Urform wird heute im Museum of Modern Art in New York ausgestellt. (kb, 13.7.14)

Rubiks Zauberwürfe (Bild: Palosirkka)

A Modern Master. Balthazar Korab

Die Galerie wurde frisch eröffnet, die ausgestellten Fotografien reichen weiter zurück. Spezialisiert hat sich die Christopher W. Mount Gallery, mit Niederlassungen in New York und Los Angeles, auf Grafiken, Modelle und Fotografien prominenter Persönlichkeiten aus dem Bereich Design. Den Anfang macht der Standort Los Angeles mit den Werken des jüngst verstorbenen Architekten und Fotografen Balthazar Korab (1929-2013).

Geboren in Budapest, wurde sein Architekturstudium durch den Krieg unterbrochen. Nach einigen Jahren in Paris, wo er u. a. mit LeCorbusier zusammenarbeitete, emigrierte Korab 1955 in die USA. In seinen ausdrucksstarken Schwarzweiß-Fotografien konzentrierte sich Korab vor allem auf seine gebaute Umwelt. Seine Aufnahmen wurden u. a. bereits im New Yorker Museum of Modern Art oder auf der Biennale von Venedig ausgestellt. In Los Angeles ist die Schau noch bis zum 29. August 2014 zu sehen. (kb, 12.7.14)

A Modern Master (Bild: Balthazar Korab)