Frankfurt: Philosophicum fertig

Frankfurt: Philosophicum fertig

Frankfurt/M. Philosophicum 2017 (Bild: Daniel Bartetzko)
Suchspiel: Erkenne das Philosophicum hinterm Neubau (Bild: Daniel Bartetzko)

Offiziell sind die Bauarbeiten nicht abgeschlossen, doch das sanierte und erweiterte Frankfurter Philosophicum ist bereits bezogen. Der radikal moderne Bau des ehemaligen Universitätsbaumeisters Ferdinand Kramer wurde 1960 fertiggestellt und blieb bis zum Umzug der Uni auf den Campus Bockenheim Anfang der 2000er-Jahre in Nutzung. Nach langen Debatten über Umbau oder Abrisserwarb der Investor Rudolph Muhr den Bau 2014 und stach die  Projektgruppe Philosophicum aus. Das Frankfurter Büro Stefan Forster plante in seinem Auftrag den Umbau zu Studentenappartements.

Appartements sind in dem nun „The Flag Bockenheim“ genannten Gebäude tatsächlich entstanden. Doch die Frankfurter Rundschau meldet für die 238 Kleinstwohnungen Mietpreise ab 590 Euro im Monat – für 26 Quadratmeter. So irritierend wie die Preispolitik war auch der Verlauf der Bauarbeiten: Zwischen Forster und Muhr hat es mehrfach gekracht, und „für das gesamte Bauvorhaben hat der Bauherr bisher keine Fertigstellung angezeigt“, so Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernenten Mike Josef (SPD). Auch die Auflagen der Denkmalschützer seien noch nicht nachgewiesen. Zumindest der erste Eindruck lässt hoffen: Der Neubau in der Gräfstraße verstellt zwar den Blick auf die Westfassade, die dem einstigen Campus zugewandte Seite des Philosophicums zeugt aber von einem eher respektvollem Umgang mit dem Kramer-Bau. (db, 28.3.17)

Faschismus und Moderne

Faschismus und Moderne

Obersalzberg, Berghof, 1936 (Bild: Bundesarchiv Bild 146-1991-077-31, CC BY SA 3.0)
Am Obersalzberg ließ sich Hitler den Berghof 1933 zur Sommerresidenz ausbauen (Bild: Bundesarchiv Bild 146-1991-077-31, CC BY SA 3.0, 1936)

In den kommenden Monaten dreht sich gleich eine Handvoll von Veranstaltungen um die Frage, wie die Kultur und das NS-Regime miteinander zusammenhingen. In der Kunsthalle Rostock wird vom 29. April bis 18. Juni 2017 die Ausstellung „Artige Kunst. Kunst und Politik im Nationalsozialismus“ zu sehen sein. Werke der offiziell geduldeten und geförderten Kunst der NS-Zeit werden Werken von verfolgten oder verfemten Künstlern gegenübergestellt. Zum Auftakt findet am 29. April in Rostock ein gleichnamiges Symposion statt. Auch in Freiburg nimmt man sich des Themas mit der Ausstellung „Kunstpolitik im Nationalsozialismus“ im örtlichen Augustinermuseum und einer begleitenden Vortragsreihe an.

Noch wenige Tage (bis zum 30. März 2017) können Interessierte ihre Themenvorschläge für die Tagung „Modernism, Fascism and the Pursuit of Culture“ einreichen, die vom 15. bis 16. September 2017 in Dublin stattfinden soll. Es sollen Wechselbezüge zwischen dem Faschismus und der künstlerischen Avantgarde Europas aus dem Blickwinkel des Kulturschaffens analysiert werden. Über den nachkriegsmodernen Umgang mit den Hinterlassenschaften des NS-Regimes widmet sich der „Arbeitskreis für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen“ unter dem Titel „Lager nach 1945“ am 1. April 2017 in Hannover (Gedenkstätte Ahlem, Heisterbergallee 8, 30453 Hannover-Ahlem). (kb, 27.3.17)

Druckfrisch: „ACHTUNG modern!“

Druckfrisch: „ACHTUNG modern!“

Braunschweig, Achtung Modern! (Bild: Michael-Imhof-Verlag)
Braunschweig, Achtung Modern! (Bild: Michael-Imhof-Verlag)

Der spätmodernen Architektur im Braunschweiger Land widmete sich ACHTUNG modern!  – eine Initiative der Arbeitsgruppe Denkmalpflege in der Braunschweigischen Landschaft,  des Netzwerks Braunschweiger Schule e.V. und des Forums Architektur der Stadt Wolfsburg. In den Jahren 2013 und 2014 fand eine Veranstaltungsreihe statt zu den Bauten jener Ära; unter ihnen der Braunschweiger Hauptbahnhof (1960, Erwin Dürkop) oder die Wolfsburger Stephanuskirche (1967/68, Alvar Aalto). Referenten und Architekten informierten, überwiegend vor Ort, über die Baudenkmäler und ihre einstige und aktuelle Rezeption.

Nun erscheint die Dokumentation der zweijährigen Veranstaltung mit zeitgenössischen und aktuellen Statements, Essays, Interviews und Reflexionen zur Architektur zwischen 1960 und 1980. Der Band erkundet alle 14 in ACHTUNG modern! behandelten Bauwerke in Braunschweig, Wolfsburg, Wolfenbüttel, Salzgitter und Helmstedt als Marksteine der Architektur der späten Moderne. Darunter sind solche von weltbekannten Baumeistern, aber auch einige Gebäude weniger bekannter Architekten von ebenso hoher Qualität. Die Braunschweigische Landschaft e. V. lädt am 6. April um 18 Uhr zur Buchpräsentation ins Haus der Braunschweigischen Stiftungen, Löwenwall 16, 38100 Braunschweig.  Zur Einführung sprechen unter anderem Karin Wilhelm sowie die Herausgeber Ulrich Knufinke und Norbert H. Funke. (db, 26.3.17)