Die Schönheit des Alltäglichen

Die Schönheit des Alltäglichen

Was macht eine Stadt aus? Eine neue Publikation bietet eine vielseitige Antwort, zumindest für eine deutsche Großstadt. Unter dem Titel „Berlin – die Schönheit des Alltäglichen“ ist aktuell im Jovis-Verlag ein Stadtführer der anderen Art: Er führt nicht zu den bekannten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt, sondern lenkt den Blick auf die Alltagsästhetik der Stadtlandschaft.

Der Herausgeber Frank Peter Jäger beschreibt gemeinsam mit Co-Autoren wie Verena Pfeiffer-Kloss oder Carsten Horn (um nur einige wenige zu nennen) die Details der von Zeit und Geschichte geprägten Bauten und Materialien: die Gestaltungsphasen der U-Bahn-Interieurs, die strenge Klarheit der Berliner Straßen und das Mietshaus als kleinste Einheit des Urbanen, dessen scheinbar uniformer Typus sich aus der Nähe als erstaunlich vielseitig erweist. Die Beiträge des Buches widmen sich diesen Alltagsarchitekturen, die letztlich die Identität und das Gesicht der Stadt prägen und die es zu bewahren gilt. Zahlreiche Fotografien entführen in die Bilderwelt Berlins und ermuntern dazu, das Phänomen des städtischen Raums und seiner Zeitschichten auf eigene Faust zu erkunden. (kb, 19.3.17)

Jäger, Frank Peter (Hg.). Berlin – Die Schönheit des Alltäglichen. Urbane Textur einer Großstadt, Jovis-Verlag, Berlin 2017, Hardcover, 17 x 24 cm, 192 Seiten, ISBN 978-3-86859-380-8.

Skidmore, Owings & Merrill in Köln

Skidmore, Owings & Merrill in Köln

New York, Lever-House (Blid: Seth Tisue, CC BY-SA 2.0)
SOM als Pioniere der Vorhang-Fassade: Das Lever-House in New York von 1951 (Bild: Seth Tisue, CC BY SA 2.0)

Vom Architektenteam zum internationalen Konzern: Das 1936 in Chicago gegründete Büro Skidmore, Owings & Merrill (SOM) ist eines der weltweit größten Architekturbüros – und gibt nun ein Gastspiel im AIT-ArchitekturSalon Köln: Die Ausstellung „Sky’s the Limit“ stellt ab dem 23. März die aufsehenerregendsten und komplexesten Arbeiten von SOM vor. Zugegeben: Die Auswahl ist angesichts von mehr als 10.000 Projekten in über 50 Ländern nicht einfach. Zunächst beeinflusst von Mies van der Rohe, wurden die Architekten zu wichtigen Repräsentanten des „International Style“.

Bekannt ist das Büro durch seine spektakulären Wolkenkratzer: Der Sears Tower (heute Willis Tower) sowie das John Hancock Center prägen die Skyline Chicagos bis heute. Der ebenfalls von SOM für die aufstrebende Metropole Dubai entworfene Burj Khalifa  trägt aktuell den Titel als höchstes Gebäude der Welt. Ein gewisser Donald Trump lässt einige seiner „Trump Tower“ auch nach SOM-Plänen errichten. Die Ausstellung wird in Anwesenheit der Partner von Skidmore, Owings & Merrill aus England und den USA eröffnet. Bis zum 11. Mai liefert sie Einblicke in die Arbeitsweise der Architekten und Ingenieure, die Klarheit, Reduktion und Nachhaltigkeit als essenzielle Elemente ihrer Philosophie herausstellen. (db, 18.3.17)

Emil Otto Hoppé – Unveiling a Secret

Emil Otto Hoppé – Unveiling a Secret

Emil Otto Hoppé: The Sydney Harbour Bridge Under Construction, Sydney from North Sydney, 1930 (© 2017 Curatorial Assistance, Inc./E. O. Hoppé Estate Collection)
Emil Otto Hoppé: The Sydney Harbour Bridge Under Construction, 1930 (© 2017 Curatorial Assistance, Inc./E. O. Hoppé Estate Collection)

Der geborene Münchner Emil Otto Hoppé (1878-1972) eröffnete 1907 in London sein erstes Fotostudio und etablierte sich rasch auf dem Gebiet des Portraits und der topografischen Darstellung. Insbesondere in den 1920er und 1930er Jahren reiste Hoppé durch Europa und Übersee, wo er sehr erfolgreiche Reisebücher erarbeitete. Das Thema der Industrie, worauf sich die Ausstellung „Unveiling a Secret“ konzentriert, nimmt im Gesamtwerk von Hoppé eine zentrale Rolle ein. So erschien 1930 seine Publikation „Deutsche Arbeit“.

Hoppé sah die Industrie, ihre Produktionsformen und Mechanismen als zukunftsweisend, aber keinesfalls unkritisch an. Seine vielfach spannungsreichen Aufnahmen industrieller Architekturen in Außen- und Innenansichten, von Maschinen und denjenigen Arbeitern, die diese bedienen, führen eine prägende Zeitepoche vor Augen, deren Errungenschaften bis heute nachwirken. Mit dieser Ausstellung wird der Themenkomplex im Werk von Hoppé erstmals in der Breite vorgestellt und nach Jahrzehnten wieder in das Licht der Öffentlichkeit gerückt. Die Ausstelung – kuratiert von Urs Stahel in Zusammenarbeit mit der Fondazione MAST, Bologna und der E. O. Hoppé Estate Collection/Curatorial Assistance, California – wird vom 6. April bis 30. Juli 2017 zu sehen sein, die Vernissage wird am 5. April 2017 um 19 Uhr gefeiert. (kb, 17.3.17)